Farce um Fake-Profil

Der Streit um den geplanten Schranken im Mörbischer Seebad geht in die nächste Runde: Die ÖVP mache mit Fake-Profil Stimmung, so die FPÖ.

Erstellt am 04. März 2021 | 03:11
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Empört. FPÖ-Ortsparteichef Gerald Sommer rückt das gefälschte Profil in die Nähe der ÖVP.
Foto: zVg/WP

Nachdem SPÖ und FPÖ im Gemeinderat gegen Bürgermeister Markus Binders Pläne für die Schrankenanlage am Seebad stimmten, übten ÖVP und Ortschef scharfe Kritik: Die Opposition würde nicht nur den Schranken, sondern „das wirtschaftliche Vorankommen der Gemeinde“ blockieren.

Nicht nur deshalb gingen auf Facebook die Wogen hoch. Stärkste Befürworterin des ÖVP-Postings war eine gewisse Anna Hamm aus Jois — auf die sich die FPÖ nun einschießt. Denn: Es handelt sich dabei offensichtlich um ein Fake-Profil.

Erfundene Person mit echtem Insider-Wissen

„Blöd nur, dass die Frau auf den Profilbildern eigentlich ein Fotomodell aus Frankreich ist. Dieser Umstand schreit geradezu nach einem Fakeprofil, hinter dem sich ein politischer Akteur feige versteckt um Zustimmung für die ÖVP zu schaffen. Angesprochen darauf wurde der Kommentar kurzerhand gelöscht und das Profil ist spurlos verschwunden“, so die FPÖ in einer Aussendung. Das Profil ist tatsächlich nicht gänzlich gelöscht, nur sämtliche Inhalte wurden entfernt. Mit dem „Hamm-Gate“ seien „Methoden à la Tal Silberstein“ in Mörbisch eingezogen, so die FPÖ.

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Verwundert. Auch Vize-Bürgermeisterin Bettina Zentgraf kennt „Frau Hamm“ von Facebook.
zVg/WP

„Auch wenn der Kommentar unserem Anliegen positiv gegenüberstand, wissen wir nicht wer hinter dem Fakeprofil stand und möchten uns daher auch von solchen Aktionen distanzieren“, ist die ÖVP um Abgrenzung bemüht. Das nun deaktivierte Fake-Profil hat in der Vergangenheit schon mehrmals „mitdiskutiert“ und dabei meistens ÖVP-Standpunkte vertreten, wie auch Vize-Bürgermeisterin Bettina Zentgraf anmerkt: Die angebliche „Frau Hamm“ habe bereits vor Monaten auf der Seite der SPÖ Mörbisch „ihre Meinung abgegeben. Auch dieses Posting ist gerade ,verschwunden’“, so Zentgraf. Sowohl FPÖ, als auch SPÖ betonen, dass das Fake-Profil stets mit enormen Hintergrund-Wissen argumentiert und vermuten dahinter „Insider“.

Der Streit um den Schranken ist damit um eine Facette reicher, einer Lösung ist man aber nicht nähergekommen.