Edelmann im Interview: Mit WLAN auf der Bühne. Der neue künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Peter Edelmann, spricht über neue Bühnen- und Gastronomiekonzepte in der kommenden Operettensaison.

Von Nina Sorger. Erstellt am 05. Januar 2018 (05:14)
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Peter Edelmann Seefestspiele Mörbisch
Der neue künstlerische Direktor der Seefestspiele Mörbisch, Peter Edelmann.
BVZ

Der Nachfolger von Dagmar Schellenberger schien mit Gerald Pichowetz gefunden, doch man trennte sich schon vor Saisonbeginn, die nächsten Termine gibt es vor Gericht. Als künstlerischer Direktor folgte Peter Edelmann. Die BVZ fragte nach, wie er die Seefestspiele Mörbisch ins Rampenlicht stellen wird.

BVZ: Die Monate nach Ihrem überraschenden Einstieg in die „Chefetage“ waren sicher hektisch. Ist nun alles klar für die kommende Saison?

Peter Edelmann: Gerade jetzt zu Beginn gilt es in vielen Bereichen die Weichen für die Zukunft zu stellen. Angefangen von der Entlastung der Verkehrssituation vor Ort bis hin zur Übertitelung, die über WLAN am Smartphone der Besucher empfangen werden kann. Mit diesem Service wollen wir ausländischen Gästen ermöglichen, die Operette auf allen Ebenen mitzuverfolgen. Ich gehe diese Aufgaben mit vollem Herzblut, Elan und Energie an und bis jetzt läuft alles sehr gut!

Prinzipiell kennt man die „Gräfin Mariza“. Was wird Mörbisch bieten, was man noch nicht kennt?

Das von Manfred Waba konzipierte Bühnenbild verspricht schon jetzt etwas ganz Besonderes zu werden. Ein Bühnenbild in diesem Stil war bisher auf der weltweit größten Operettenbühne noch nie zu sehen. Also eine absolute Premiere für unsere Besucher. Dieses Bühnenbild muss man gesehen haben – es wird in jeder Hinsicht Highlights bieten und für Begeisterung sorgen.

Einige Künstlerinnen und Sänger sind im Sommer 2018 erstmals auf der Bühne in Mörbisch zu erleben, wie z. B. Vida Mikneviciute, Julia Koci, Alexander Geller oder Roman Payer, und Publikumslieblinge wie Melanie Holliday als Fürstin Božena und Franz Suhrada als Penižek. Auch im gastronomischen Bereich haben wir mit unserem Gastro-Partner Food Affairs neue Konzepte erarbeitet.Die Besucher können sich über ein ausgewähltes Speisenangebot mit vielen regionalen Produkten freuen.

Ich kann es nur immer wieder betonen: Nehmen Sie sich Zeit, um das kulinarische Angebot vor und nach der Vorstellung zu entdecken, sei es im Festspielrestaurant oder entlang der Genussmeile. Genießen Sie die entspannte Atmosphäre vor Ort und lassen Sie einen unvergesslichen Abend mit der „Gräfin Mariza“ bei einem Glas Wein ausklingen.

Auch für Kinder soll es heuer etwas Besonderes geben?

Es macht mir große Freude mich als „Botschafter der Operette“ zu engagieren. Dazu gehört auch, dieses ur-österreichische Kulturgut Kindern näher zu bringen und diese altersgerecht für diese Kunstgattung zu begeistern. Wir werden während der letzten Schulwoche im Juni einige eigens für Kinder im Alter von 8-12 Jahren konzipierte Vorstellungen am Festspielgelände aufführen. 

Im Anschluss an die Vorstellungen blicken die Kinder im Rahmen einer Führung hinter die Kulissen und erfahren Erstaunliches rund um Produktion, Technik, Kostüme etc. Wir arbeiten hier eng mit dem Landesschulrat für Burgenland zusammen und hoffen, möglichst viele burgenländische Schulkinder in Mörbisch zu begrüßen.

Die Oper in St. Margarethen fällt heuer aus. Eine Chance für mehr Gäste in Mörbisch oder ein großer Verlust, weil Synergieeffekte wegfallen?

Ein gewisser Verlust aufgrund des Wegfalls von Synergieeffekten wird vermutlich eintreten. Mit Sicherheit gibt es viele Kulturbegeisterte, die sich die einzigartige Atmosphäre einer Open-Air-Veranstaltung nicht entgehen lassen wollen und sich im kommenden Sommer für einen Besuch der Seefestspiele Mörbisch entscheiden.

Ein Besuch in Mörbisch, im Wunderland der Operette, entschleunigt und ist Garant für unterhaltsame und entspannte Stunden. Ich freue mich bereits jetzt, unsere Stammbesucher und neues Publikum zur „Gräfin Mariza“ in meiner ersten Mörbisch-Saison zu begrüßen.