Foodtruck statt Kantine: Steinbrunn plant Seerestaurant. Da die Kantine abgerissen wird und der Neubau nicht bis zum Sommer fertig wird, gibt es eine Lösung: einen Food Truck.

Von Doris Fischer. Erstellt am 13. März 2019 (07:13)
Doris Fischer
Arbeiten gestartet. Von der ehemaligen Kantine am Steinbrunner See stehen nur noch die Außenmauern. Die Steganlage direkt am See wurde bereits erneuert.  Fotos: Doris Fischer

In den letzten Jahren hat das Seeprojekt am Steinbrunner See für Schlagzeilen und Gesprächsstoff gesorgt. War ursprünglich von einem großen Seerestaurant am Ufer die Rede, kommt jetzt eine abgespeckte Version.

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Modern. Statt der in die Jahre gekommenen Kantine, wird ein einladendes Restaurant für die Badegäste und Mobilheimbewohner errichtet.

Auch eine Volksabstimmung unter dem damaligen Bürgermeister Klaus Mezgolits (SPÖ) stand im Raum. Diese wurde aus Formalgründen von den ÖVP-Gemeinderäten zu Fall gebracht.

Zuvor sammelte der damalige ÖVP-Obmann und jetzige Bürgermeister Thomas Kittelmann Unterschriften gegen das Megaprojekt. An die 800 Unterschriften konnte er im Gemeindeamt abgeben. In das Seeprojekt kommt nun Bewegung. Bagger und Baumaschinen sind schon aufgefahren.

Die Kantine im oberen Teil des Seegeländes wird gerade dem Erdboden gleich gemacht. Es stehen nur mehr die tragenden Wände. Ein Restaurant soll die alte Kantine ersetzen. „Der Neubau des Seerestaurants wird sich für die bevorstehende Sommersaison nicht mehr ausgehen“, ist sich Steinbrunns Bürgermeister Thomas Kittelmann (ÖVP) sicher.

Plan für Seerestaurant bei BH eingereicht

„Es soll etwas Gescheites werden – etwas, wohin man auch bei Schlechtwetter geht und auch außerhalb der Badesaison“, fasst Vizebürgermeister Gerhard Frasz (SPÖ) seine Wünsche an das neue Projekt kurz zusammen und ergänzt: „Und auch von den Errichtungskosten soll es für die Gemeinde tragbar und finanzierbar sein.“

Immerhin gab es auch einen Entwurf, der ein neues Restaurant, das alle Stückeln gespielt hätte, ausgestattet mit allerlei Finessen, vorsah. Von diesem kam man aber wieder aufgrund der Kosten ab. „Der Entwurf hätte über eine Million Euro gekostet. Das war zu viel“, lässt der Vizebürgermeister wissen. Jetzt wird ein Kompromiss errichtet. Und das mit voraussichtlichen Kosten von 800.000 Euro.

So konnte sich der Gemeinderat auf ein Restaurant einigen, das ganzjährig geöffnet haben kann. Eine sonnige Terrasse mit Ausblick auf den See soll rund 80 Personen Platz bieten. Wichtig bei dem Bau ist aber, dass das Gebäude eine Glasfront in Richtung See haben wird. „Der Plan ist bei der Bezirkshauptmannschaft bereits eingereicht“, versichert Bürgermeister Kittelmann. Das Seerestaurant wird frühestens im Herbst fertig sein. Und für die Zwischenzeit, also die heurige Badesaison, musste eine Lösung für die Verpflegung der Gäste gefunden werden.

Außenanlage beim See wurde hergerichtet

„Ja, es gibt eine ganz tolle Lösung für die fehlende Kantine. Es wird ein Food Truck aufgestellt“, stellt Bürgermeister Kittelmann in Aussicht. So soll, wenn alles nach Plan läuft, der Hornsteiner XXL-Wirt Stefan Jaitz mit seinem Food Truck vor Ort sein. Der bisherige Pächter, Roman Wurzer, wird den Food Truck und die Gäste betreuen.

„Der Food Truck bleibt den ganzen Sommer über stehen. Weiters werden zwei Zelte aufgestellt und ein Holzboden als Terrasse verlegt“, skizziert Kittelmann die kulinarische Versorgung der Gäste während des Baus. Wer dann die neue Kantine betreiben oder pachten wird, steht noch nicht fest. „Es hat eine Ausschreibung gegeben. Mehrere Interessenten haben sich gemeldet, aber es ist noch nichts fix. Denn die Kantine muss erst errichtet werden, damit der angehende Pächter auch kalkulieren kann“, heißt es von Kittelmann.

Eine kleine Anmerkung während des Baus in der Badesaison kommt von Vizebürgermeister Frasz: „Ich weiß nicht, inwieweit es sinnvoll ist, während der Badesaison zu bauen und ob dies nicht zu sehr den Badebetrieb stört“, fragt sich Frasz.

Bereits in der vergangenen Saison konnten einige kleinere Arbeiten an der Außenanlage fertiggestellt werden. So wurde der Steg erneuert und auch verlängert. Im heurigen Jahr wird es eine neue Uferbefestigung geben. Aber auch der Kinderbereich soll aufgepeppt werden. Da kann sich Bürgermeister Kittelmann auch eine Wasserrutsche für Kinder vorstellen. Gleichzeitig möchte er in die Verbesserung und Verschönerung der Liegewiese investieren und für Barrierefreiheit sorgen. Aber auch ein zweiter Beachvolleyballplatz ist notwendig und wird im Zuge der Erneuerungs- und Umbauarbeiten errichtet, womit die Gemeinde den Wünschen der jüngeren Generation nachkommt.

Ganz wichtig ist Kittelmann die Installierung einer Sanitärbox im unteren Bereich des Sees. „Hier wird es dann auch möglich sein, sich mit Duschgel und warmem Wasser zu duschen“, stellt Kittelmann in Aussicht. Schließlich sollen moderne Sanitäreinrichtungen kommen.