Pannonische Tafel Leiterin Andrea Roschek: „Regale sind leer“

Erstellt am 23. März 2022 | 17:23
Lesezeit: 2 Min
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Nichts mehr übrig. Pannonische Tafel-Obfrau Andrea Roschek vor leeren Regalen.
Foto: zVg
Die Pannonische Tafel klagt über starken Rückgang bei geretteten Lebensmitteln. Schuld ist vor allem die kommerzielle Konkurrenz.
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Die Pannonische Tafel kümmert sich in Eisenstadt seit über zehn Jahren um Menschen, die sonst durch alle sozialen Netze fallen. Von der Sozialberatung bis zur Lebensmittel-Ausgabe greift die Tafel ihren Klienten unter die Arme. Allerdings wird es in letzter Zeit immer schwieriger. Aktuell sind die Regale der Einrichtung „beunruhigend leer“, erklärt Leiterin Andrea Roschek und bittet um Unterstützung.

„Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter sind täglich im Einsatz, um Lebensmittel zu retten, die ohne die Tafel im Müll landen würden. Diese bringt die Tafel dann an die Leute, die am Überschuss in den Supermärkten nicht teilhaben können“, schildert sie.

Gute Geschäftsidee mit unschönen Konsequenzen

Allerdings: Die Menge der geretteten Lebensmittel ist stark rückläufig. Deutlich bemerkbar mache sich in den Regalen der Tafel die rasche Verbreitung von Unternehmen, die gewinnbringend Lebensmittel vor der Entsorgung retten sowie die eigenen „Lebensmittel-Rettungsprogramme“ der Handelskonzerne. Was auf den ersten Blick wie eine Win-Win-Situation wirkt, hat nämlich auch weniger sozialverträgliche Auswirkungen. Statt den Tafeln und anderen Sozialeinrichtungen überschüssige Ware zu spenden, geben die Handelskonzerne ihr abgelaufenes, aber noch genießbares Essen verbilligt weiter —entweder direkt oder über diverse Start-ups, die teilweise selbst schon zu Millionenkonzernen wurden.

Normalerweise kann die Pannonische Tafel mit geretteten Lebensmitteln ihre Kunden versorgen, nun sind die Helfer selbst auf Hilfe angewiesen: „Erstmals seit Jahren müssen wir um Lebensmittel-Spenden bitten. Es mangelt an fast allem, vor allem Obst und Gemüse“, hofft Roschek auf Unterstützung — und kritische Auseinandersetzung mit dem neuen Geschäftsmodell.

Angesichts des Ukraine-Krieges und der Energiepreise sei die Nachfrage bei der Pannonischen Tafel stark gestiegen, was die Problematik noch verschärfe — sowohl bei den Kunden, als auch bei der Pannonischen Tafel selbst.

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