Grüne Ideen für Eisenstadt. Anja Haider-Wallner mahnt Konsequenz beim Kampf gegen Hitzeinseln und für nachhaltige Mobilität ein.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 01. Oktober 2020 (05:02)
Markus Wagentristl

Einen grundsätzlichen Optimismus kann man der Grünen Gemeinderätin Anja Haider-Wallner nicht absprechen. Sie ist überzeugt davon, 2030 in einer grüneren, Fußgeher- und Radfahrer-freundlicheren Stadt aufzuwachen.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg – und ein mitunter nicht ungefährlicher: „Ich bin erst letztens wieder von der FuZo mit dem Rad zum Bahnhof gefahren“, erzählt die Unternehmerin, „aber allein die Bahnstraße ist schon sehr gefährlich. Sie ist eng, es fahren Autos und Busse nebeneinander. Also mit einem Kind würde ich mich dort nicht fahren trauen.“

Es brauche, betonen die Grünen schon lange, eben nicht nur Fahrradspuren, sondern sichere Radwege. Nicht umsonst sei Eisenstadt die Stadt mit der höchsten Anzahl an Radfahrunfällen pro 1.000 Einwohnern, verweist Haider-Wallner auf die jüngste Greenpeace Studie dazu. Am Bahnhof warte die nächste Baustelle: „Es gibt keine Fahrradboxen, außerdem ist der Ort verwaist und nicht sehr willkommen heißend.“

Unterberg ohne Autos, Häuser ohne Leerstand

Ob man von dort dann jemals in einer annehmbaren Zeit mit dem Zug nach Wien kommen werde? Da bleibt selbst Eisenstadts grünster Optimistin nur ein Schulterzucken übrig: Das werde sich an der Schneise Ebenfurth und nicht in Eisenstadt entscheiden. Der Verkehr in der Stadt jedenfalls behindere eine touristische Entwicklung.

Wie die Durchzugsstraße am Oberberg verkehrsberuhigt werden könnte, ist selbst für Experten offen, am Jerusalemplatz am Unterberg wäre dies einfacher: „Platzgestaltung mit einem Baum statt den wenigen Parkplätzen und Sitzmöglichkeiten würden dieses historische Juwel aufwerten. Auch der Weg für Touristen vom Schloss zur Bergkirche wäre dann ein schönerer“, erklärt Haider-Wallner.

Als Mitgründerin des „FreuRaums“ in der Fanny-Elßler-Gasse, hat sie auch starke Ansichten zum Leerstand in der Innenstadt: „Dass Häuser in bester Lage zu Spekulationsobjekten werden, die leer stehen und die Mieten der Innenstadt steigen lassen, verstehe ich gar nicht. In anderen Ländern reagiert man hier sogar mit Enteignungen. Mir geht das zu weit. Eine Abschubfinanzierung für Jungunternehmer wäre aber sinnvoll.“