Haider-Wallner im Gespräch: Eisenstädter Innenstadt ohne Autos?

Erstellt am 30. Dezember 2021 | 03:03
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8259191_eis52wagi_haider_wallner2.jpg
Auch im Winter auf zwei Rädern unterwegs. Anja Haider-Wallner (Grüne) fordertim BVZ-Jahresrückblick einmal mehr, das Stückwerk im Radnetz sicherer und einheitlicher zu gestalten. Foto: zVg
Foto: BVZ
Anja Haider-Wallner (Grüne) im BVZ-Jahresrückblick.
Werbung

öBVZ: Wie ist die Bilanz der Stadtpolitik 2021 aus Grüner Perspektive?

Anja Haider-Wallner: 2021 wurden langjährige Grüne Forderungen umgesetzt: Es gibt eine Förderung für Fassadenbegrünung, einen massiven Radwegausbau und eine Klimaschutz-Taskforce. Das ist ein erster Schritt: wir fordern Klimaschutz-Beauftragten, analog zu jenem für Digitalisierung. Es gibt viele kleine Aspekte, an denen man merkt, dass es eine Person mit Blick auf das Gesamte braucht. Etwa die Stadtbus-Taktung, die nicht zu den Schulbeginn-Zeiten passt. Oder das Stückwerk bei den Radwegen: Selbst der beste Radweg bringt nix, wenn ich am Ende wieder mit meinen kleinen Kindern wieder auf der gefährlichen Straße fahren muss.

Muss man Autofahren – vor allem in der Innenstadt – unattraktiver machen, damit der Umstieg auf Rad und Öffis leichter fällt?

Haider-Wallner: Wir müssen den öffentlichen Raum attraktiver machen. Da haben wir eine wunderschöne Barockstadt – und dann ist sie mit Autos zugeparkt. Das muss nicht so sein, im Zuge der Mobilitätswochen im September, wäre es doch ein spannender Test, die Innenstadt für Nicht-Anrainer autofrei zu machen. Ich glaube nicht, dass die Welt untergehen würde, sondern, dass viele aufs Rad oder Bus umsteigen würden und die Lebensqualität steigt! Skeptiker hatten schon beim Bau der FuZo unrecht - jetzt sind alle glücklich darüber.

Derzeit wird der Stadtentwicklungsplan (STEP) neu evaluiert – hoffen Sie dadurch auf weniger Bodenversiegelung?

Haider-Wallner: Das ist im neuen STEP gar nicht das Ziel, obwohl es wichtig wäre! Der Wildwuchs an Gewerbeflächen wird nicht thematisiert. Keine weiteren Supermärkte, dafür Nahversorger in neuen Siedlungsgebieten ohne zusätzliche Parkplätze, wäre mal eine g’scheite Sache. Eine Anschub-Förderung wie der Innenstadt-Bonus würde diesen Geschäften helfen.

Was sind Ihre Ziele für die Gemeinderatswahl 2022?

Haider-Wallner: Wir sind die Expert:innen für die Themen der Zukunft: Klimaschutz und Nachhaltigkeit und stehen für konstruktives und kritisches Miteinander. Daher sind wir zuversichtlich, an die Erfolge der Vergangenheit anschließen zu können. Im Jänner haben wir eine Stadtparteiklausur. Menschen, die sich engagieren möchten, sind herzlich willkommen. Leider gehen junge Leute nach Wien, andere fürchten berufliche Konsequenzen, wenn sie sich für die Grünen engagieren. Letztendlich bin überzeugt, dass das Ende der ÖVP-Absoluten Eisenstadt guttun würde.

Werbung