„Bühne frei“ für Sommer-Festspiele. Die Premieren im Steinbruch und Mörbisch machen den Bezirk zum Kultur-Nabel.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 09. Juli 2019 (20:20)
M. Wagentristl
Wunderbar. Die Seebühne verwandelt sich vom ersten auf den zweiten Akt vom Wiener Prater in den Fernen Osten. Mittendrinnen: Harald Serafin und Peter Edelmann.

Mittwoch startet die Festspiel-Saison mit der Premiere der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart im Römersteinbruch in St. Margarethen.

Bereits bevor sich der Vorhang für die erste Vorstellung der Oper öffnet, musste ein Zusatztermin wegen der hohen Nachfrage eingeschoben werden.

Beim Tourismusverband freut man sich entsprechend über die Rückkehr nach einjähriger Pause und spricht von einer Bereicherung für die ganze Region: „Wir sind natürlich sehr erfreut, dass heuer wieder die Oper im Steinbruch aufgeführt wird.“

Bereits am Montag (nach Redaktionsschluss) ging die Generalprobe über die Bühne, die Eventmanagement-Firma Arenaria lädt dazu jedes Jahr die St. Margarethener Bevölkerung gratis ein — quasi als Entschädigung für das erhöhte Verkehrsaufkommen durch die Festspiele.

Die Probleme auf den Straßen will man mit einem Verkehrsleitkonzept seit einigen Jahren in den Griff bekommen. Ob das System so funktioniert — daran scheiden sich die Geister.

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Ambiente. Das Bühnenbild im Römersteinbruch in St. Margarethen bietet eine einzigartige Kulisse für die Aufführung von Mozarts „Zauberflöte“.

Geplant ist, den Verkehr aus Mörbisch von Rust nach Oggau zu leiten. So würden die Festspiel-Gäste sich auf die Autobahnauffahrten Süd und Ost verteilen. Häufig folgen nach Vorstellungsende die Besucher aber dem Navi statt der Beschilderung und werden daher am Steinbruchvorbeigeleitet und treffen so auf den Abreise-Verkehr aus St. Margarethen.

Die Operngäste sollen gemäß Verkehrsleitsystem über Trausdorf auf die Autobahn auffahren.

Das Konzept werde seit etwa zehn Jahren laufend optimiert, Info-Tafeln befinden sich etwa auf A3, A4, S31, B50 und B16, heißt es aus dem Büro des zuständigen Landesrats, Heinrich Dorner. „Wenn es einmal Probleme gibt, werden diese natürlich evaluiert.“

Heuer hält man jedenfalls weiter am etablierten Verkehrsleitsystem fest, Fahrverbote stehen nicht im Raum.

Seebühne startet mit „Land des Lächelns“

Am Donnerstag geht es auch in Mörbisch mit dem Kultur-Sommer los, die BVZ wird freilich von der Premiere von Franz Lehárs „Das Land des Lächelns“ berichten. Schon vorab verriet uns Direktor Peter Edelmann, dass die Akustik heuer besonders gut wird. „Extra für den Serafin“, zwinkert er Intendanten Harald Serafin zu.

Dirigent Günter Fruhmann pflichtet ihm bei: „Der Rundbogen über der Bühne, auf dem die Lautsprecher hängen, sorgen für ein einzigartiges Klangerlebnis“. Es sind 160 Lautsprecher um genau zu sein. Licht-Spots sind es etwa ebensoviele, erklärt Fruhmann.

Jetzt hat er sich lange genug zurückgehalten, Auftritt Serafin. „Ah hast du neue Schuhe an?“, klopft er Fruhmann auf die Schulter um hinzuzufügen: „Hat man dir etwa eine Gehaltsvorauszahlung gegeben?“ Fruhmann flieht und Serafin dreht so richtig auf. „Heuer wird es kaum Gelsen geben, ich habe alle eigenhändig umgebracht“, lacht er.

Und das Bühnenbild, das sich innerhalb der Pause vom Prater in Fernost verwandelt. „Großartig!“ Sein Erkennungsmerkmal „Wunderbar!“ hebt Serafin sich offensichtlich für die Show auf.