Spaßbremse Pandemie: „Da vergeht selbst Narren das Lachen“

Erstellt am 05. Februar 2022 | 05:31
Lesezeit: 3 Min
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Nix zu lachen. Das Faschingszentrum Steinbrunn Zillingtal um Obmann Andreas Leeb (r.) hat sich die Pläne heuer schon früh abgeschminkt.
Foto: SteiZi
Wie in den vergangenen beiden Jahren fällt die närrische Zeit heuer eher witzlos aus. Beim Faschingszentrum Steinbrunn Zillingtal machte man sich gar nicht erst Hoffnungen auf ein lustiges Fest.
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„Wir haben gar nix geplant. Somit erspart man sich die Absage.“ Der Humor ist beim Faschingszentrum Steinbrunn Zillingtal heuer trocken — schon wieder. Wie in den vergangenen beiden Jahren fallen sämtlichen Faschings-Events der Pandemie zum Opfer.

„Uns war schon früh klar, dass das wohl heuer nichts wird“

„Uns war schon früh klar, dass das wohl heuer nichts wird“, erklärt Obmann Andreas Leeb. Dass man natürlich gerne gefeiert hätte, verstehe sich von selbst. „Aber Werbung zu schalten, Plakate aufzuhängen und dann erst recht abzusagen — das wäre noch teurer als nichts zu machen.“ Nun habe man zumindest fast keine Ausgaben. Die Fixkosten wurden in den letzten Jahren vom sogenannten „NPO-Fonds“ auf Bundesebene getragen. „Heuer soll es wieder diese Zahlungen geben. Angeblich“, fügt er hinzu. Bisher gebe es noch keine Informationen diesbezüglich.

Man komme jedenfalls über die Runden, versichert Leeb. „Man steht schon zusammen, aber es gibt eben auch weniger Aktivitäten.“ Auch die Mitgliederzahlen blieben in der Pandemie bisher konstant. „Die Mitgliedsbeiträge stehen im April an. Man wird sehen, wie es dann ausschaut.“

„Bei der Motivation der Mitglieder merkt man aber schon etwas“

Doch die Narren-Pause lässt beim Faschingszentrum natürlich niemanden kalt. „Bei der Motivation der Mitglieder merkt man aber schon etwas“, bemerkt der Obmann. „Für unser Event ,Narrisch guad‘ im November hatten wir eigentlich schon Pläne, trotz viel Lethargie und Ungewissheit. Du weißt nicht, was kommt und dann probst du umsonst. Da vergeht selbst Narren das Lachen“, klagt Leeb sein Leid.

Lieber würde er die Leute zum Lachen bringen, aber die Aufführungen zu Fasching könne man eben nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr aufführen. „Nicht wie bei einem Musikverein, wo die Nummern nach Monaten noch genauso ziehen. Bei uns geht das nicht, wir proben für eine Saison. Danach sind die Nummern schon wieder alt.“

Auch thematisch vergeht dem obersten Narren langsam das Lachen. „Witze über Corona will wirklich keiner mehr hören. Es gibt weniger Anlass und weniger Grund zum Lachen“, wird Leeb fast philosophisch.

Doch Lethargie begegnet man am besten mit Humor, das weiß man beim Faschingszentrum ebenfalls. Daher plant er lieber, wann und wie endlich wieder der Schmäh rennt.

Humor statt Lethargie

„Irgendwann muss man ja was machen“, versichert Leeb. Im Sommer plane man jedenfalls ein Fest. Wie genau das aussehen wird, weiß man beim Faschingszentrum zwar noch nicht. „Kabaretts sind jedenfalls immer gut besucht, vielleicht wird es etwas in diese Richtung geben. Wir haben da durch die Faschingsgilden gute Kontakte“, so Leeb motiviert. Auch die Kabarettisten trifft die Pandemie, — weshalb nun Künstler spontan zusagen, die normalerweise ein Jahr im Voraus gebucht werden. „Also ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass es jetzt besser wird“, schließt Leeb voller Optimismus.

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