Eisenstadt

Erstellt am 18. Juli 2018, 13:58

von APA Red

Zu viel Widerstand besiegelt Aus für Eisenstädter Kino. Die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt bleibt ohne Kino.

Hollywood Megaplex hätte in Eisenstadt ein Kino errichten sollen - der Plan ist nun gestorben.  |  NÖN

Stadtchef Thomas Steiner (ÖVP) hatte vor etwas mehr als zwei Jahren bekanntgegeben, dass ein Hollywood Megaplex-Kino errichtet werden soll. Zu viel Widerstand sorgte nun schlussendlich für das Aus des Vorhabens, bestätigte man seitens des Magistrats einen entsprechenden Bericht des "Kurier".

Auch Alternativstandort am Stadtrand kam nicht in Frage

"Mir tut es leid, dass wir diese wahrscheinlich einmalige Chance für ein Kino in Eisenstadt nicht nützen konnten. Aber wir können uns nichts vorwerfen, wir haben seitens der Stadt alle Voraussetzungen geschaffen. Ich habe aber auch Verständnis für die Investoren, dass irgendwann einmal der Punkt kommt, an dem man aufgibt. Denn auch, wenn die behördlichen Verfahren positiv geendet hätten, hätten die Betreiber mit laufenden Anfeindungen und Anzeigen rechnen müssen", erklärte Steiner in einem Statement am Mittwochnachmittag.

"Bekanntlich hat es ja auch einige Gegner des Projektes gegeben - auch im Gemeinderat -, die sich jetzt vielleicht freuen, aber aus Sicht der Mehrheit der Eisenstädter ist dieses vorläufige Aus für das Kino sicher nicht positiv", so der Bürgermeister.

In den vergangenen Wochen habe es intensive Gespräche gegeben, in deren Zuge Alternativstandorte außerhalb der Innenstadt angeboten wurden. Nachdem die Betreiber aber ein Konzept verfolgte, das jedenfalls einen Standort in der Innenstadt vorsah, ist für sie auch kein Alternativstandort am Stadtrand in Frage gekommen, hieß es in der Presseaussendung der Stadt.

Unterm Strich bedeute dies, dass es bis auf weiteres kein Kino in der Stadt geben wird. Die Stadt werde aber jeden Investor und jeden Betreiber unterstützen, der ein Kino-Projekt in der Stadt umsetzen wolle.

Das nun gescheiterte Projekt hätte ein dreigeschoßiges Gebäude mit vier Kinosälen und 540 Sitzplätzen vorgesehen. Im Dachgeschoß hätte außerdem ein Freiluftkino mit 100 Plätzen entstehen sollen. Auch ein Gastronomiebereich war geplant. Das einstige Stadtkino - im Übrigen vis a vis vom Platz für das neue Kinocenter - hat vor mittlerweile sieben Jahren seine Pforten für immer geschlossen.

FPÖ übt in Aussendung Kritik am Bürgermeister

Kritik kam am Mittwochnachmittag von der FPÖ. „Steiner hat es vermasselt - er ist Schuld, dass Eisenstadt auch weiterhin ohne Kino dasteht“, wird FPÖ-Stadtparteiobmann Géza Molnár in einer Aussendung zitiert. In dieser spricht man auch von einem "längst erwarteten Geständnis des Bürgermeisters, wonach das im Vorwahljahr 2016 präsentierte Kinoprojekt gescheitert ist".

Molnár unterstreicht: „Wir haben Steiner von Anfang an genau davor gewarnt. Er hat die Anrainer erst nicht informiert, dann hat er ihre Bedenken ignoriert, es gab kein Verkehrskonzept, auch sonst mehr Fragen als Antworten. Alles in allem war Steiners Weg an Dilettantismus nicht zu überbieten.“ Letztendlich habe der Weg großen Schaden angerichtet, sowohl finanziell als auch in Bezug auf die Reputation Eisenstadts als Wirtschaftsstandort.