Eröffnung in Rust: Da klappert der Storch vor Freude

Erstellt am 12. Mai 2022 | 05:44
Lesezeit: 3 Min
Noch mehr als sonst drehte sich am Samstag in Rust alles um die Wappentiere. Die neue Pflegestation für Störche wurde eröffnet und deren Gründer mit dem Ehrenzeichen der Freistadt gewürdigt.
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1987 krachte ein Storch gegen die Hauswand von Familie Karassowitsch. Als Unfall-Krankenpflegerin wusste Lydia Karassowtisch was zu tun war und peppelte mit ihrem Mann Rudolf den Storch wieder auf und wilderte ihn nach Genesung aus.

Heute ist das Pflegen von Wildtieren für Private verboten und auch nicht mehr notwendig. Etwa dank Familie Karassowitsch und ihrer Pflegestation für Störche.

Dem ersten verletzten Storch folgten über 150 weitere, aus der Notlösung wurde der Storchenverein Rust als Träger der Storchenstation. Neben dem Aufpäppeln kranker und verletzter Tiere kümmert sich der Verein auch um die Nester der fliegenden Sommergäste oder lobbyiert bei Winzern und Grundbesitzern für ausreichend Wiesenflächen für die Störche.

Neue Pflegestation neben der Storchenwiese

Nach 35 Jahren, in denen Lydia und Rudi Karassowitsch senior ihr Zuhause für Meister Adebar auf den Kopf stellten und sich Haus und Hof mit den fliegenden Stadtpatronen teilten, ist nun altersbedingt Schluss. Daher musste auch eine neue Station her, die der Verein nun am Samstag eröffnete.

Gleich neben der Storchenwiese führt der Verein um Neffen und Obmann Josef Karassowitsch sowie Sohn und Stationsleiter Rudolf Karassowitsch junior nun seine Arbeit fort.

Ehrung für 35 Jahre im Dienste der Störche

Aus diesem Anlass entschied man sich seitens der Freistadt, Lydia und Rudolf Karassowitsch senior die höchste Auszeichnung zukommen zu lassen, das goldene Ehrenzeichen der Freistadt Rust. „Was ihr begonnen habt und der Storchenverein nun weiterführt, wissen wohl nicht nur wir Ruster zu schätzen. Den Einsatz wollen wir auch entsprechend würdigen“, so Bürgermeister Gerold Stagl in seiner Laudatio.

Wie wichtig den Rustern ihre Störche sind zeigt auch der Einsatz der Bauhof-Mitarbeiter. Ihren Kollegen und Storchenstation-Leiter Rudolf Karassowitsch unterstützten die „Gmoahackler“ mit 200 Stunden Arbeitszeit, mehr als die Hälfte davon ehrenamtlich.

Die Zahl der Störche hat sich in Rust seit den Rekorden in den bei 60er-Jahre fast halbiert. Am mangelnden Einsatz der Ruster kann es jedenfalls nicht liegen. Im Gegenteil: ohne den Einsatz des Storchenvereins und seiner Unterstützer stünde es wohl deutlich schlechter um den Lieblingsvogel der Burgenländer.

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