Omas als Lesehilfe in der Volksschule. Sieben „Leseomas“ – fünf Damen und zwei Herren – geben in der Volksschule Stotzing Nachhilfe beim Lesenlernen.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 31. März 2019 (05:36)
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Sie sind die heimlichen Lieblinge der Stotzinger Schüler – und nicht nur ihrer eigenen Enkel: die „Leseomas“, die für die tägliche Leseeinheit in der Volksschule sorgen.

Seit 2016 kommt jeden Tag eine der insgesamt sieben „Leseomas“ – diese Bezeichnung hat sich eingebürgert, obwohl auch zwei „Leseopas“ und eine „Lesemama“ darunter sind – in die Schule und hilft den Schülern in kurzen Einzeleinheiten beim Lesen.

„Die ,Leseomas’ sitzen mit einem oder zwei Kindern im Tagesheim-Raum, im Lesegarten oder in der Lesehöhle, und Schüler dürfen sich aussuchen, was sie lesen möchten. So wollen wir nicht nur die Leseleistung, sondern auch die Lesemotivation steigern – mit Erfolg“, erklärt Volksschuldirektorin Karin Eder: „Die Kinder freuen sich schon immer, wenn die ,Leseomas‘ kommen, und überlegen sich, was sie mit ihnen lesen wollen. Manche lesen ihre Hausübung vor, manche aus Büchern.“

Schülerin Belinda: „Ich lese gern aus einem Heft vor und habe dabei mit den ‚Leseomas‘ Spaß.“ Die „Leseomas“ nehmen ihre Aufgabe sehr ernst, verrät Karin Eder: „Sie organisieren sogar Vertretungen, wenn eine einmal nicht kommen kann.“

Alle Lesepaten kamen über ihre Enkel zu ihrer Aufgabe. „Leseopa“ Michael Bauer hat zwar kein eigenes Enkerl mehr in der Schule, ist aber weiterhin begeisterter Lesepate: „Ich bin Pensionist und habe genug Zeit. Es ist eine solche Freude, mit den Kindern zu lesen und zu plaudern – das hält jung“, ist er überzeugt.

Deshalb stehen die Chancen gut, dass auch alle anderen Lesepaten der Schule über das Volksschulalter ihrer Enkel hinaus erhalten bleiben.