Ratschen vom Turm

Der Stotzinger, Rudolf Krauscher, ließ sich etwas einfallen, um zu Ostern Ratschen ertönen zu lassen: Er baute eine Turmratsche.

Erstellt am 10. April 2021 | 04:34
Ratschen vom Turm
Brauchtum. Rudolf Krauscher betätigte zu Ostern täglich die Turmratsche.  
Foto: Janisch

Auch in diesem Jahr konnten aufgrund der Corona-Bestimmungen keine Ratschenkinder unterwegs sein, um statt der Kirchenglocken zu läuten.

In Stotzing hörte man trotzdem ab Gründonnerstag jeden Tag ein Ratschen vom Kirchturm, denn: Der vormalige Ratsvikar Rudolf Krauscher baute eine Turmratsche. „Damit der Brauch nicht abkommt. Gerade jetzt, da vieles nicht geht, ist das wichtig“, erklärt Rudolf Krauscher. Drei bis vier Mal am Tag stieg der 80-Jährige auf den Glockenturm. Dabei vergaß er auch nicht auf die traditionellen Ratschensprüche und -lieder. Er passte sie teilweise sogar den derzeitigen Umständen an: „Lass Corona bald vorübergehen.“

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Schon zu Ostern im vergangenen Jahr hatte er die Idee zu der Turmratsche. Er erinnerte sich, dass früher auch Turmratschen zum Einsatz kamen. „Also habe ich eine Turmratsche selbst aus Holz gebaut, das ich zu Hause hatte“, erzählt Krauscher. Zufällig ergaben sich elf Federn, die angeschlagen werden, „wie die Jünger nach dem Abendmahl, als Judas nicht mehr dabei war“, schmunzelt er.