Bischof: "Keine Einflussnahme" bei Erich-Abberufung. Nachdem es wegen des Abganges von Pater Erichs zu Diskussionen gekommen war, meldet sich nun der Bischof zu Wort.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 28. Mai 2020 (15:58)

In der Diskussion um die Abberufung des Dompfarrers Pater Erich durch den Kalasantiner-Orden in eine andere Pfarre in Niederösterreich meldet sich nun der Bischof zu Wort.

In einer gemeinsamen Stellungnahme von Kalasantiner-Generalsuperior Pater Clemens, Bischof Ägidius Zsifkovics, Generalvikar Martin Korpitsch und Bischofsvikar Lorenz Voith kritisierten diese, dass Pater Erich die Gläubigen der Dompfarre nicht rechtzeitig von seiner Abberufung unterrichtet hatte, was nun zu „Verärgerung“ geführt habe.

Pater Erich selbst sei bereits 2019 von der Abberufung unterrichtet worden. Er sei auch gebeten worden, diese Abberufung der Pfarre mitzuteilen. „Wie sich nun zeigte, hat P. Erich diese Information unterlassen und in einer vor kurzem versandten Pfarrnachricht seine Versetzung als überraschende, für Verärgerung sorgende Neuigkeit dargestellt“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Bischof: „Keine Einflussnahme!“

Grund für die Abberufung sei gewesen, dass sich die Zusammenarbeit von Pater Erich mit mehreren Dienststellen über die Jahre als „konfliktreich“ erwiesen habe.

Der sowohl von Pater Erich als auch vom zurückgetretenen Pfarrgemeinderat geäußerte Vorwurf, dass Bischof Zsifkovics im Hintergrund die Abberufung vorangetrieben haben, „entbehrt jeglicher Grundlage und muss zurückgewiesen werden“.

Anmerkung: In der Print-Ausgabe war zu lesen, dass "der Regens des Priester-Seminares Hubert Wieder" den Protest unterstütze. Der tatsächliche zuständige Leiter (Subregens) der Diözese Eisenstadt im Priesterseminar Bischofsvikar ist aber P. Lorenz Voith - er ist Unterzeichner der oben zitierten Richtigstellung des Bischofs und Generalsuperiors. Wir bitten diese Ungenauigkeit zu entschuldigen.

Die Richtigstellung zum Personalwechsel an der Eisenstädter Dompfarre im Wortlaut:

In den vergangenen Tagen haben unklare, teils falsche öffentliche Darstellungen rund um die personelle Neubesetzung am Eisenstädter Dom bei vielen Menschen für Verwirrung gesorgt. Die Ordensleitung der Kalasantiner, die Diözese Eisenstadt, die Mitglieder der Personalkommission der Diözese sowie das Eisenstädter Domkapitel nehmen dies zum Anlass, die Umstände der Versetzung von P. Erich Bernhard COp klarzustellen und falschen Gerüchten entschieden entgegenzutreten.    

Seit dem Jahr 2014 liegt die Seelsorge an der Stadt- und Dompfarre Eisenstadt in den Händen des Kalasantinerordens und eines von ihm gebildeten Seelsorgeteams. Mit den Jahren hat sich leider die Zusammenarbeit von Dompfarrer P. Erich Bernhard COp mit dem Seelsorgeteam am Dom, aber auch mit verschiedenen Dienststellen der Diözese zunehmend als konfliktreich erwiesen. Daher wurde vom Orden bereits vor einem Jahr entschieden, dass zur weiteren Erfüllung der übernommenen Aufgaben an der Dompfarre ein Wechsel in der Pfarrleitung sinnvoll und nötig ist – ein im Ordensleben nicht ungewöhnlicher Vorgang. Die Personalkommission der Diözese Eisenstadt hat dieser Entscheidung in Kenntnis der bestehenden Probleme zugestimmt. P. Erich war über diesen Entscheidungsprozess laufend informiert, bereits im Juni 2019 trug ihm sein Ordensoberer auf, dass er die Pfarrgemeinde über diese kommende, mit Frühjahr/Sommer 2020 geplante personelle Veränderung informieren möge.

Wie sich nun leider zeigte, hat P. Erich diese Information unterlassen und in einer vor kurzem versandten Pfarrnachricht seine Versetzung als überraschende, für Verärgerung sorgende Neuigkeit dargestellt. Insbesondere die von P. Erich getroffene und medial aufgegriffene Darstellung, dass seine Versetzung auf einen einseitigen Wunsch von Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics zurückzuführen sei, entbehrt jeglicher Grundlage und muss zurückgewiesen werden. Durch Falschinformationen wie diese ist in der Dompfarre und darüber hinaus große Verwirrung entstanden. In diesem Zusammenhang empfinden wir es als eine untragbare Vorgehensweise, dass der Dom als Gotteshaus und insbesondere die heilige Messe zur Darstellung und medialen Verbreitung persönlicher Sichtweisen im Zusammenhang mit der Versetzung P. Erichs genutzt wurde.

Aufgrund dieser Situation haben wir entschieden, dass die Übergabe des Amtes des Dompfarrers an P. Achim Bayer COp ehebaldigst erfolgen wird. Der konkrete Termin wird sich aus der Entscheidung der Ordensleitung der Kalasantiner ergeben.

Für die Ordensleitung der Kalasantiner: 
Generalsuperior P. Clemens Pilar COp
Diözesanbischof: Ägidius J. Zsifkovics
Für das Eisenstädter Domkapitel und die Personalkommission der Diözese Eisenstadt: Generalvikar Martin Korpitsch
Bischofsvikar für die Orden in der Diözese Eisenstadt: P. Lorenz Voith CSsR