Kübelsprengung, Messerattacke: Prozess in Eisenstadt. Üble Streiche spielte eine Gruppe junger Männer. Jetzt standen sie vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 06. Oktober 2019 (06:24)
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Symbolbild

In der Nacht von 31. Dezember 2018 auf 1. Jänner 2019 war eine Gruppe von vier Freunden in Eisenstadt unterwegs. In einem Lokal am Rande der Innenstadt wurde Silvester gefeiert, einer der jungen Leute im Alter zwischen 19 und 23 Jahren hatte Sprengkörper mit dabei.

Der 23-Jährige schoss den ersten Böller in ein Fenster der Eisenstädter Domkirche, das dabei zu Bruch ging. „Das war für die anderen offenbar lustig“, meinte Staatsanwältin Beatrix Resatz. Drei weitere Kracher wurden am Lions-Platz in zwei Mistkübeln und einem Briefkasten deponiert.

Danach konsumierten die Freunde in weiteren Lokalen noch mehr Alkohol und ließen die Silvesternacht in der Disco ausklingen. Dort gerieten die jungen Männer in Streit mit einer anderen Gruppe. Es kam zu einer Schubserei, einem der Kontrahenten wurde ein Faustschlag versetzt. Plötzlich zückte einer der Angeklagten, ein 19-jähriger Schüler aus dem Bezirk Wiener Neustadt, ein gebogenes Messer.

Messerattacke im James Dean

Er schrie: „Ich werde dich jetzt abstechen“, und versetzte seinem Gegenüber einen Stich in den linken Oberarm. Die Stadtgemeinde Eisenstadt tauschte sämtliche beschädigte Mistkübel aus und machte dafür insgesamt 1.435 Euro geltend. Die neue Scheibe am Dom kostete rund 500 Euro. 50 Euro für den neuen Briefkasten bekam jener Mann, dessen Briefkasten zerstört wurde, noch im Gerichtssaal von den reuigen Beschuldigten.

Drei Männer erhielten eine Diversion. Sie müssen je nach Höhe des Einkommens Geldbußen zwischen 120 und 1000 Euro bezahlen und die Kosten für je einen Mistkübel übernehmen, dann wird das Verfahren gegen sie eingestellt.

Jener 19-Jährige, der den Discobesucher mit seinem Messer verletzt hatte, wurde zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.