Corona-Alarm beim SC Rust: Kicker infiziert. Bei einem Kicker des SC Rust wurde ein Fall von COVID-19 diagnostiziert. Nach dem Testmatch gegen den ASKÖ Klingenbach müssen die Teams in Quarantäne und zu Corona-Tests.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 22. Juli 2020 (13:14)
Symbolbild
beton studio, Shutterstock.com

Es war die große Befürchtung aller Gesunheitsexperten: Bei einem Testmatch zwischen dem SC Rust und dem ASKÖ Klingenbach lief in Halbzeit zwei ein Spieler auf, der später mit COVID-19 diagnostiziert wurde. Die Kicker beider Vereine müssen nun auf Anordnungen der Behörden in Quarantäne.

Entdeckt wurde die Erkrankung eher zufällig im Zuge einer Operation am Wiener AKH. Der Kicker des SC Rust kam vermutlich im Urlaub mit dem Virus in Kontakt, nun besteht der Verdacht, dass Teamkollegen und Gegenspieler ebenfalls infiziert sein könnten.

Beim ASKÖ Klingenbach klingelte nach der Diagnose jedenfalls das Telefon, die Bezirkshauptmannschaft (BH) Eisenstadt/Umgebung informierte Obmann Dominik Dihanich über den Kontakt mit einem Infizierten und verhängte über seine Mannschaft die Quarantäne. Alle Kicker müssen sich in den nächsten Tagen testen lassen und häuslich isoliert werden.

Ruster Kicker zeigte keine Symptome

Zusätzlich verkompliziert wird die Sache durch die Involvierung von vier BHs: Eisenstadt, Rust, Eisenstadt/Umgebung und Mattersburg. Der Infizierte stammt aus der Landeshauptstadt, kickt für den SC Rust, wohnt in Antau, hat einen Zweitwohnsitz in Wien und hat möglicherweise Spieler des ASKÖ Klingenbach angesteckt. Entsprechend hoch ist der damit verbundene bürokratische Aufwand, erklärt auch Rusts Bürgermeister Gerold Stagl.

„Unserem Kicker kann man aber keinen Vorwurf machen, er hatte keine Symptome, die Erkrankung wurde nur zufällig entdeckt.“ Hätte es keinen Operationstermin gegeben, wäre der Corona-Fall wohl unentdeckt geblieben.

„Bei uns stehen etwa 25 Leute auf der Liste, die wir der BH übermittelt haben“, so Stagl. Diese müssen nun bis die Tests ausgewertet sind, in Quarantäne — möglicherweise auch darüber hinaus. „Ein negativer Test heißt noch nicht, dass die Quarantäne aufgehoben wird. Die Inkubationszeit von mehreren Tagen kann zu einem negativen Ergebnis führen, obwohl eine Infektion besteht“, präzisiert der Ortschef der bisher einzigen Corona-freien Stadt im Burgenland.

Auch aus sportlicher Sicht ist der mögliche Cluster für beide Vereine katastrophal, die matchfreie Zeit wird nun um mindestens zwei Wochen verlängert. „Wir eruieren noch, wer alles mit dem Spieler in Kontakt war.", zeigt sich ASKÖ Klingenbach-Obmann Dominik Dihanich besorgt. Mindestens zwei Wochen Vorbereitung könne man nun jedenfalls „schmeißen“, wegen des Wettbewerbsnachteil will man sich an den BFV wenden.

Bisher hat man in Klingenbach aber noch nichts schriftliches in der Hand, die BH habe bisher nur telefonisch die Quarantäne angekündigt und über die mögliche Ansteckung informiert. Eine mögliche Infektionskette sollte jedenfalls genau beobachtet werden.