Beschlagnahmte Hundewelpen: Vergabe ab Jänner

Im Quarantänebereich des Tierschutzhauses Sonnenhof in Eisenstadt herrscht Hochbetrieb.

Redaktion, APA Erstellt am 13. Dezember 2016 | 15:18
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Hunde in Quarantäne
Foto: APA/CHRISTIAN GMASZ

55 vor einigen Wochen an der burgenländischen Grenze beschlagnahmte Hundewelpen blicken bei jedem Geräusch neugierig durch die Türgitter. Die Vierbeiner sind wohlauf, ihre Vergabe könne voraussichtlich im Jänner beginnen, schilderte der Leiter des Tierschutzhauses, Wolfgang Böck.

Dass man die Welpen - Chihuahua, Yorkshire Terrier, Französische Bulldoggen, Malteser und Zwergspitze - durchbekommen habe, sei nicht so selbstverständlich. Einige seien bei der Aufnahme erst drei Wochen alt gewesen: "Man kann sich vorstellen, wie empfindlich diese Tiere noch sind", sagte Böck, der den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter hervorhob, am Dienstag vor Journalisten.

"Sie haben es eigentlich alle sehr gut überstanden"

Die erste Lebensphase sei sehr heikel - auch hinsichtlich gefährlicher Erkrankungen. "Mittlerweile sind sie schon einiges größer, fitter und man muss sagen: Sie haben es eigentlich alle sehr gut überstanden", erzählte Böck. Hin und wieder würden Kleinigkeiten auftauchen, "aber es geht ihnen gut".

Nach dem Tierschutzgesetz unterliegen Welpen nach der Abnahme einer Sperre und dürfen acht Wochen nicht vermittelt werden. "Diese Sperre ist weiterhin aufrecht", er bitte diesbezüglich auch bei den Interessenten um Verständnis.

"Wir haben wirklich unglaublich viele Anfragen mittlerweile für die Welpen. Da machen wir uns eigentlich keine Sorgen, dass die nicht gute Plätze finden werden", sagte Böck. Man müsse aber abwarten, bis die Behörde die Welpen freigebe. Damit sei ab Anfang Jänner zu rechnen. Mit dem Vergabeverfahren könne man erst beginnen, wenn die Freigabe erfolgt sei.

Keine Vergaben in der Vorweihnachtszeit

Vor Weihnachten würden grundsätzlich keine Tiere vermittelt, betonte Böck - "was nicht heißt, dass man nicht trotzdem zu uns kommen und Vergabegespräche führen kann." Es gehe darum, dass Tiere nicht als Weihnachtsgeschenke dienen und nicht "mit einem Mascherl unterm Christbaum sitzen sollen. Das ist nicht der richtige Weg", meinte der Leiter des Tierschutzhauses.

Weihnachten sei zudem "ein denkbar ungeeigneter Zeitpunkt", um ein Tier in eine Familie zu holen. "Man darf nicht vergessen: Es handelt sich hier um ein Lebewesen mit einer geplanten Dauer eines Zusammenlebens von zehn, fünfzehn Jahren und mehr. Da sollte man nicht unüberlegt entscheiden".

Team betreut insgesamt mehr als 200 Tiere

Der auf einem 30.000 Quadratmeter großen Areal südlich von Eisenstadt errichtete Sonnenhof wurde 2012 eröffnet. Derzeit werden vom Team mehr als 200 Tiere betreut. Ein Tierschutzhaus könne jedoch nur eine vorübergehende Bleibe sein, wies Landesrätin Verena Dunst (SPÖ) auf die vergleichsweise kurze Aufenthaltsdauer in der Einrichtung hin.

Im Trägerverein Landestierschutz Burgenland vollzieht sich dieser Tage ein Wechsel: Vorstandsvorsitzende Sonja Windisch, die den Sonnenhof von der ersten Stunde an begleitete, übergibt die Funktion an Nicole Schlaffer. Sie wolle den eingeschlagenen Weg fortsetzen, betonte Schlaffer. Projekte wie Besuche von Kindergärten und Schulklassen, die für die Bewusstseinsbildung zum Thema Tierschutz wichtig seien, wolle man im kommenden Jahr fortführen.