Wer schlug zu? Auf Kirtag folgte Gerichtsprozess. Prozess wegen Körperverletzung und Vandalismus in Trausdorf. Diversion für einen Angeklagten.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 26. Juni 2019 (05:06)
Werner Müllner
Das Justizzentrum Eisenstadt.

Weil er nach einem Vandalismusakt einschritt, wurde ein 27-jähriger Wiener am 12. August 2018 spätnachts in Trausdorf zusammengeschlagen. Seine Freundin suchte danach über die sozialen Medien nach Zeugen. Vorige Woche standen zwei junge Männer wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung und der Sachbeschädigung vor Gericht.

Am 12. August hatten alle Beteiligten den Kirtag in Trausdorf besucht.

„Er sagte, wir hätten die Skulptur in den Fluss geworfen“

Eine Gruppe von fünf oder sechs jungen Männern, in der sich auch ein 20-jähriger Student aus Deutschland befand, marschierte gegen zwei Uhr morgens vom Sportplatz, wo der Kirtag stattfand, in Richtung Ortszentrum.

Einer aus der Gruppe soll die in der Nähe der Wulka aufgestellte Skulptur „Keimendes Samenkorn“ aus der Verankerung gerissen haben.

„Wir haben die Skulptur mitgenommen“, erinnerte sich der Student. Das habe man lustig gefunden.

Zur gleichen Zeit hatten der 27-jährige Wiener und seine 26-jährige Freundin den Weg ins Ortszentrum angetreten.

Der 27-Jährige stellte die Gruppe rund um den Studenten aus Deutschland wegen des Vandalismusaktes zur Rede. „Er sagte, wir hätten die Skulptur in den Fluss geworfen“, berichtete der Student vor Gericht.

Er sei damals sehr betrunken gewesen, seine Begleiter waren vermutlich in einer ähnlichen Verfassung, fügte er hinzu.

Der Wiener nahm dem Studenten dessen Handy ab und rief sich damit selber an. „Ich bekam mein Handy zurück, drehte mich um und lief weg“, erinnerte sich der Student.

Social Media Aufruf: Foto zugespielt

Neben ihm auf der Anklagebank saß vorige Woche ein 22-jähriger Mann aus dem Bezirk Eisenstadt, dessen Foto der Freundin des Opfers nach deren Facebook-Aufruf zugespielt worden war. Bei einer Gegenüberstellung bei der Polizei war sich das Wiener Paar sicher gewesen, dass er einer der Täter gewesen sei. Der 22-Jährige berichtete, er sei am Trausdorfer Kirtag gewesen, jedoch kurz nach Mitternacht im eigenen Auto nach Hause gefahren.

Die Freundin des Opfers blieb dabei: Der 22-Jährige und ein weiterer Mann mit Baseballkappe, der ein „aufgesetztes“ Englisch gesprochen habe, seien für die Verletzungen ihres Freundes verantwortlich.

„Der letzte Schlag traf ihn ins Gesicht. Er rutschte aus und fiel mit dem Kopf gegen den Bordstein. Da liefen die Männer weg“, berichtete die Wienerin.

Durch die Attacken habe er, so der 27-Jährige, einen Bruch des linken Mittelfußknochens, einen Bruch an der rechten Mittelhand sowie Platzwunden am Kopf und im Ohr erlitten. 10.000 Euro forderte sein Anwalt an Schmerzensgeld.

Der Student aus Deutschland wurde vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen.

Für die Sachbeschädigung wurde ihm eine Diversion auf eine Probezeit von zwei Jahren angeboten. Als Schadensgutmachung muss er an die Gemeinde Trausdorf 300 Euro bezahlen. Die Gemeinde hatte den Schaden an der Skulptur mit 2100 Euro beziffert. Der Prozess gegen den 22-Jährigen wurde vertagt.