Oslip: Neue Pläne für Cselley Mühle. Die Vorhaben von Neo-Eigentümer Mario Müller nehmen langsam Form an. Bis zum Baustart sind noch einige Details zu klären. Skepsis bei geplantem Wulka-Kanal.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 15. Juli 2021 (06:04)

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Mario Müller, seit einigen Monaten Eigentümer der Cselley Mühle in Oslip, den Abgeordneten seine Pläne für die Neustrukturierung der Kulturinstitution vor.

Größter und wohl strittigster Punkt sind dabei die sogenannten „Tiny Houses“: Müller plant im Bereich hinter der „Mü“, am Rande der Wulka ein „Mühlendorf“ zu errichten, das touristisch genutzt werden soll. Dazu gilt es aber noch einige Unklarheiten aus dem Weg zu räumen. So braucht es etwa eine Umwidmung der Fläche. Ein Teil ist zwar bereits Bauland, aber nicht für touristische Nutzung. Ein anderer Teil der Fläche ist dagegen aktuell noch im Hochwasserschutzgebiet (HQ30 und HQ100). Letzteres dürfte sich allerdings bald ändern, da die Anschlagslinien seit Fertigstellung des Hochwasserschutzes neu berechnet wurden und sich voraussichtlich verschieben — zu Gunsten der Pläne von Neo-Eigentümer Müller.

„Ich bezweifle, dass noch vor 2023 gebaut werden kann.“ Bürgermeister Stefan Bubich geht nicht von einem raschen Um- und Ausbau der Cselley Mühle aus.

„Ich bezweifle, dass vor 2023 gebaut werden kann“, spricht Bürgermeister Stefan Bubich Klartext. „Derzeit erstellen wir ein Örtliches Entwicklungskonzept, darin müsste der Ausbau für touristische Nutzung berücksichtigt werden. Erst dann kann man eine mögliche Änderung des Flächenwidmungsplans in Angriff nehmen. Hier gilt es ebenfalls noch einige Punkte zu klären — das kann eben dauern.“

Zwei Punkte sind für Bubich dabei besonders brisant: Müller plant für sein Mühlendorf Wasser aus der Wulka zu entnehmen und über einen Kanal ins „Dorf“ fließen zu lassen. Dieses Vorhaben müsste wiederum von Natur-, Landschafts- und Wasserschutz abgesegnet werden. „Ob es sinnvoll ist, direkt nach Fertigstellung des Hochwasserschutzes wieder Wasser aus der Wulka in die geschützten Gebiete zu leiten — da habe ich doch Zweifel“, so Bubich skeptisch. Ebenso was die Verkehrslage betrifft: „Der Weg zum Feldweg müsste jedenfalls ausgebaut werden, damit der zusätzliche Verkehr nicht durch den Ort führt.“ Dies sei auch für Müller eine gangbare Lösung.

Der Eigentümer sei „sehr motiviert“, aber es gebe eben Vorgaben, die man berücksichtigen muss. „Dabei wird sich die Frage stellen, ob die Pläne vom Gemeinderat und insbesondere der Bevölkerung überhaupt gewünscht werden“, betont Bubich. Er wird bis dahin allerdings schon an seine Nachfolgerin Margit Wennesz-Ehrlich übergeben haben. Ob das ambitionierte Vorhaben überhaupt Realität wird, hängt auch von der Haltung der Bevölkerung ab. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei Protesten der Osliper trotzdem gebaut wird“, so der Bürgermeister. Er wolle aber niemandem vorgreifen und eine Entscheidung vorwegnehmen.

Jedenfalls zu verhindern gelte es, dass im geplanten „Mühlendorf“ Zweitwohnsitze entstehen. „Tiroler Verhältnisse brauchen wir definitiv nicht“, so der scheidende Ortschef. Daher brauche es eine Widmung rein für touristische Nutzung.

Während das Chaletdorf hinter der „Mü“ also wohl noch länger in der Planungsphase steckt, könnte es bei der Modernisierung der Gastronomie schneller voran gehen. „Nach einer Bauverhandlung und einer gewerberechltichen Prüfung können die Arbeiten starten. Vom Denkmalschutz soll es bereits grünes Licht geben“, erklärt der Bürgermeiste. „Da stellt sich keiner dagegen. Die ,Tiny Houses’ stehen auf einem anderen Blatt.“