Schädliche Pflanzen am Neusiedler See?. Der niedrige Wasserstand des Neusiedler Sees ist in aller Munde. Nun mehren sich Fragen wegen wuchernder Pflanzen.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 12. September 2020 (06:01)
Wasserpflanzen. Früher gab es sogar noch mehr davon.
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Die BVZ erreichten in letzter Zeit mehrere Fragen, was es mit dem vemehrten Auftreten von angeblich schädlichen Kletterpflanzen und Wasserpflanzen im Neusiedler See auf sich hat. Die BVZ fragte bei der Biologischen Station nach.

Zuerst gab es Entwarnung: „Bei den Kletterpflanzen handelt es sich um eine Echte Zaunwinde (Calystegia sepium). Eine heimische Art, die typisch für den Schilfgürtel ist und dort häufig vorkommt“, erklärt Victoria Werner von der Biologischen Station.

„Sie bringt das Schilf nicht um. Wenn es zu Massenbeständen kommt, kann das Schilf darunter etwas in der Wuchsleistung eingeschränkt werden. Mehr passiert unserer Erfahrung nach aber nicht.“

Klettergewächs. Die Echte Zaunwinde ist eine heimische Pflanzenart.
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Auch die anderen Pflanzen, die heuer scheinbar häufiger vorkommen, sind laut der Biologin normal: „Wasserpflanzen und Grünalgen profitieren — global gesprochen, es gibt immer Ausnahmen von der Regel — von geringer Trübe und hoher Nährstoffverfügbarkeit. Am häufigsten findet man sie an windgeschützten Stellen im Schilfgürtel oder am Schilfgürtelrand“, so Werner.

Wo und mit welcher Häufigkeit die Wasserpflanzen vorkommen, kann von Jahr zu Jahr variieren. „Bis Anfang der Siebziger gab es im Neusiedler See noch wesentlich mehr Wasserpflanzen. Gerade am Nord- und Westufer hat es damals noch einen richtigen Gürtel an Wasserpflanzen vor dem Schilf gegeben. Solche Dimensionen kennen wir allerdings heute nicht mehr“, heißt es von der Biologischen Station.

Zusammengefasst: Hüttenbewohner und Freunde des Neusiedler Sees können beruhigt sein, die Pflanzen sind weder invasiv, noch bedrohen sie den Schilfgürtel.