Initiative gegen Bauprojekt in Rust. In Rust stellen sich mehrere Bürger gegen die Restaurant- und Appartement-Pläne im Stadthafen.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 13. Dezember 2020 (04:06)
440_0008_7991897_eis50wp_gerold_stagl.jpg
Pro. Bürgermeister Gerold Stagl (SPÖ) befürwortet die Baupläne am Stadthafen.
WPl

Bei der Gemeinderatssitzung Ende September stimmte eine (rote) Mehrheit für ein Bauprojekt des Gastronomen Walter Eselböck am Gelände des Stadthafens (die BVZ hat berichtet). Während Ortschef Gerold Stagl (SPÖ) das Projekt befürwortet, formiert sich auch Widerstand gegen die Pläne.

440_0008_7991888_eis50wp_lissy_honegger.jpg
Contra. Renate Lissy-Honegger ist gegen das Proejekt.
Landauer

Eine Bürgerinitiative um Vize-Bürgermeister Georg Seiler (ÖVP) und Renate Lissy-Honegger sammelte bis vergangenen Freitag Unterschriften gegen das Bauvorhaben. In der Resolution, der sich bisher 570 Unterstützer mit ihrer Unterschrift angeschlossen haben, wird der Gemeinderat aufgefordert, den Beschluss zu revidieren und kein grünes Licht für die notwendige Änderung des Flächenwidmungsplanes zu erteilen. „Die Bürgerinitiative ist eine Stimme gegen die Privatisierung eines Stückchen Lands, das als Allgemeingut empfunden wird und auch als Erholungsgebiet im Flächenwidmungsplan ausgewiesen ist“, erklärt Initiatorin Renate Lissy-Honegger.

Kritik am Verkauf des Seegrundstücks

Als Blockierer wollen die Unterzeichner aber nicht generell verstanden werden. „Die Bürgerinitiative richtet sich nicht prinzipiell gegen ein gutes und ansprechendes Projekt im Bereich des Stadthafens. Der Stadthafen hat sehr großes Entwicklungspotential. Einer sinnvollen Gestaltung, in die auch touristische Aspekte einbezogen werden, stimmen wir zu, jedoch nicht dem Verkauf eines Seeufergrundstücks“, so Seiler.

440_0008_7991889_eis50wp_georg_seiler_zvg.jpg
Initiator. Vize-Bürgermeister Georg Seiler (ÖVP).
zVg

Ortschef Gerold Stagl wurden die Unterschriften am Freitag überreicht, er betont die Sinnhaftigkeit des Projektes. Die Bürgerinitative scheint ihm heterogen und von unterschiedlicher Interessenslage motiviert. Es werde dabei viel in einen Topf geworfen: „Einige richten sich damit gegen Bodenversiegelung, andere gegen die Privatisierung von Seezugängen“, so der Bürgermeister. Zunächst gelte es die Unterschriftenlisten und die Resolution zu prüfen. Auf eine juristische Ebene will er die Diskussion damit nicht heben, einige Kritikpunkte geht Stagl offensiv an: „Selbstverständlich wird die Bevölkerung eingebunden. Aber dafür ist die Planung noch nicht weit genug fortgeschritten.“