Rust: Baum als Andenken an Ruth Hartmann

Erstellt am 07. Februar 2022 | 05:32
Lesezeit: 3 Min
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Naturdenkmal. Der „!ch-Denk-An-Dich“-Baum soll die Erinnerung an Pädagogin und Naturschützerin Ruth Hartmann lebendig halten.
Foto: Hahofer
Der „Ich-Denk-An-Dich“-Baum soll an Naturschützerin Ruth Hartmann erinnern.
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2019 ist die Naturvermittlerin Ruth Hartmann bei einem Autounfall tragisch verunglückt. Um die „geschätzte Begleiterin und Freundin“ würdig zu ehren, errichtete das Bioweingut Schreiner eine Gedenkstätte – den „Ich-Denk-An-Dich“-Baum. „Ihr Unfall war für die Leute in unserer Gegend ein immenser Schock, weil sie für viele unglaublich wichtig war. Es war ein kollektives Trauma und die Wunde ist noch immer nicht ganz verheilt“, erzählt Victoria Schreiner.

„Sie ist mit einer Ruhe für die Natur eingestanden und nahm sich für Jeden Zeit. Deshalb war sie besonders bei den Kindern stark verankert“ Victoria Schreiner

„Ruth Hartmann lag in den umliegenden Gemeinden vielen Menschen sehr am Herzen. Ich durfte sie in meiner Kindheit kennenlernen und bin einige Jahre später durch den Naturschutz wieder mit ihr in Verbindung gekommen“, beschreibt Schreiner ihre Verbindung zu der Verstorbenen.

Sie schildert Hartmann als äußerst engagiert. Neben dem Anleiten einer Naturforschergruppe und dem Veranstalten unzähliger Naturspaziergänge, leitete sie zusätzlich ein Kindergartenprojekt. „Sie ist mit einer Ruhe für die Natur eingestanden und nahm sich für Jeden Zeit. Deshalb war sie besonders bei den Kindern stark verankert“, so Schreiner.

„Trauer und Tod haben in unserer Gesellschaft leider nur wenig Platz“, findet die Rusterin, die als Sozialarbeiterin tätig ist. Aus diesem Grund wäre es ihr wichtig gewesen, den „Ich-Denk-An-Dich“-Baum an einer frequentierten Stelle zu pflanzen, damit der Verlust nicht in Vergessenheit geraten würde. Eine Gedenktafel mit Trauergedichten ziert den Ort am Wegesrande, an der der Baum platziert wurde. Das angebrachte Schild möchte die Familie Schreiner in Zukunft erneuern.

Lebendiges Denkmal

Anfänglich verewigten sich Trauernde mit einem Stift auf dem darunterliegenden Stein, doch mittlerweile bringen Anrainer ihre eigenen Steine an die Gedenkstelle. „Es werden Kerzen angezündet, eigens Steine bemalt und manchmal sogar Blumensträuße hingelegt“, so Schreiner. Eine derartige Reaktion hätte sie sich zu Beginn nicht erwartet.

„Wir wollten unbedingt einen Baum pflanzen, der Früchte trägt, um zukünftig unzähligen Vögeln und Insekten eine Heimat zu bieten“
Victoria Schreiner

Der Nussbaum ist noch sehr jung und wurde von der Streuobstwiesen-Initiative bereitgestellt. „Wir wollten unbedingt einen Baum pflanzen, der Früchte trägt, um zukünftig unzähligen Vögeln und Insekten eine Heimat zu bieten“, meint Victoria Schreiner. Auch eine Hecke soll in Zukunft den Baum umgeben, um einen artenreichen Lebensraum zu schaffen. Die Stelle wird ebenso gerne von Spaziergängern und Radfahrern als Rastplatz genutzt.

Im angrenzenden Weingarten „Vogelsang“ sollen pilzwiderstandsfähige Trauben angebaut werden, die weniger Spritzmittel benötigen. „Dies geschieht ebenso im Sinne von Ruth, deren Wunsch es war, mit der Natur gemeinsam zu leben, ohne diese auszubeuten“, erklärt Schreiner.

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