Gefährlicher Schulweg in Kleinhöflein: Aktion des Lehrpersonals

Erstellt am 20. Juni 2022 | 05:55
Lesezeit: 3 Min
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Das sichere Überqueren der Straße will geübt sein. Viele Autofahrer bremsen aber nicht für die Volksschüler — nicht einmal in Begleitung von Lehrerinnen mit Kamera.
Foto: Foto zVg
Der Weg in die Volksschule Kleinhöflein führt für viele Kinder über die Wiener Straße. Mit einer Aktion wollen die Lehrer und Schüler nun für mehr Rücksicht im Straßenverkehr sorgen.
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Schüler, Eltern und Lehrer kennen das Problem: Der Schulweg wäre eigentlich zu Fuß locker zu bewältigen — allerdings nicht ohne Bauchweh. Denn den eigenen Nachwuchs im Morgenverkehr unbeaufsichtigt über die Straße gehen zu lassen ist nicht immer unproblematisch. Viele Autofahrer würden die wartenden Kinder an Zebrastreifen einfach ignorieren, was nicht nur ärgerlich, sondern auch extrem gefährlich und verboten ist.

Daher hat die Volksschule Kleinhöflein im Rahmen der Verkehrserziehung mit den Erstklässlern das Überqueren der Straße geübt. Unter Anleitung zweier Lehrerinnen, die jeweils auf einer Straßenseite standen, sollten sie am Rand der Kleinhöfleiner Hauptstraße stehenbleiben.

„Obwohl zwei Lehrerinnen dabei waren und wir ganz offensichtlich geübt haben, sind zwei Autofahrer nicht stehen geblieben.“

„Nachdem sich die Kinder eigenständig vergewissern mussten, ob die Straße frei ist, durften sie diese überqueren. Meine Beobachtungen dabei: Obwohl zwei Lehrerinnen dabei waren und wir ganz offensichtlich geübt haben, sind zwei Autofahrer nicht stehen geblieben“, ärgert sich eine Lehrerin gegenüber der BVZ und richtet auch einen Appell an Autofahrer und Behörden: „Die Sicherheit unserer Kinder ist in Gefahr, hier besteht dringender Handlungsbedarf, bevor ein tragischer Unfall passiert.“

Angedacht waren etwa eine Fußgängerampel, um den Schulweg oder auch Kindergartenweg sicherer zu gestalten.

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Zwei andere Autofahrer rauschten trotz wartender Kinder über den Zebrastreifen. Dieser Autofahrer wurde von den Lehrerinnen durchgewunken.
Foto: zVg

An der Wiener Straße komme es regelmäßig zu kritischen Vorfällen, eine Familie schildert der BVZ: „Auf dem Heimweg von der Schule stand ein Mädchen der zweiten Klasse am Rand des Zebrastreifens vor dem Kindergarten Kleinhöflein, um die Straße zu überqueren. Während ein Auto Fahrtrichtung Wien vorschriftsmäßig stehen blieb, sind Richtung Zentrum Eisenstadt noch drei Autofahrer mit unvermindeter Geschwindigkeit über den Zebrastreifen gefahren. Gott sei Dank war wenigstens das Kind vernünftig und hat sich korrekt verhalten.“ Leider kein Einzelfall, betonen Lehrer und Eltern.

Nachdem sich derartige Vorfälle häuften, hat sich die Schule auch an die Polizei gewandt. „Inzwischen haben wir mit der Polizei vereinbart,dass ab September 2022 der Zebrastreifen beim Spar ab 7.15 Uhr von einem Polizisten betreut wird. Für die Begegnungszone vor dem Schulgebäude sowie für den Zebrastreifen Wienerstraße wurde um einen Schülerlotsen im Magistrat angefragt“, versichert die Schulleitung, sich der Problematik weiterhin anzunehmen. Bezüglich des angefragten Schülerlotsen gebe es noch einige bürokratische Hürden zu überwinden.

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