Trausdorfer Bankomat-Diebstahl: DNA auf der Spitzhacke. Noch immer gibt es kein Urteil im Prozess nach dem Bankomat-Diebstahl in Trausdorf. Die Zeugen aus Rumänien kamen einfach nicht. Die Fragen bleiben offen.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 15. August 2019 (04:42)
Symbolbild: shutterstock/Aleks822
Symbolbild: shutterstock/Aleks822

Am 28. März 2018 rissen unbekannte Täter den Bankomat aus dem Foyer des Spar-Marktes in Trausdorf und transportierten das 507 Kilogramm schwere Gerät nach Ungarn.

Am Tatort blieb eine Spitzhacke zurück. Am Griff des Werkzeugs konnte genetisches Material sichergestellt werden.

Dieses wurde analysiert und einem 49-jährigen rumänischen Bauarbeiter zugeordnet. Seit Jänner 2019 sitzt der wegen Bandendiebstahls vorbestrafte Mann in Untersuchungshaft.

Er bekannte sich schon am ersten Prozesstag nicht schuldig. Mit dem Bankomat-Diebstahl, bei dem mehr als 80.000 Euro erbeutet wurden, habe er nichts zu tun. Er habe Ende März 2018 in Rumänien auf einer Baustelle gearbeitet, was er sich durch seine Chefin und Arbeitskollegen eidesstattlich bestätigen ließ. Am Montag dieser Woche befragte Richterin Daniela Berger jenen Gutachter, der die DNA-Analyse durchgeführt hatte.

Wer hatte die Hacke zuletzt in der Hand?

„Die wahrscheinlichste Variante aus gerichtsmedizinischer Sicht ist, dass der Angeklagte die Spitzhacke als Letzter verwendet hat“, erklärte der Sachverständige. Hätte jemand anderer nach ihm die Hacke angegriffen, dann wären die sichergestellten DNA-Spuren weniger deutlich ausgeprägt gewesen, führte der Gerichtsmediziner aus.

Jener Kriminalbeamte, der den Tatort untersucht hatte, berichtete, dass mit großer Wahrscheinlichkeit mehrere Personen an dem Bankomatdiebstahl beteiligt gewesen seien.

Die Täter müssen blitzschnell gehandelt haben. Der Filialleiter war um 0.55 Uhr vom Wachdienst informiert worden, dass beim Spar-Markt Alarm ausgelöst worden war. Vier Minuten später sei er bereits am Tatort gewesen, hatte der Filialleiter zu Protokoll gegeben. Die Polizei traf um 1.05 Uhr ein. Da waren die Täter schon auf und davon.

Später fand man in einer Gartenhütte in Ungarn den aufgeschnittenen und entleerten Bankomat und jenes gestohlene Fahrzeug, mit dem der Abtransport durchgeführt worden war.

Auf Antrag der Verteidigung waren fünf Zeugen aus Rumänien vorgeladen worden, die das Alibi des Angeklagten bestätigen sollen. Alle fünf Personen blieben dem Verfahren jedoch unentschuldigt fern.

Die Verteidigerin beantragte nun, dass die Zeugen per Videokonferenz einvernommen werden. Der Prozess wurde auf September vertagt.