Bezirk Eisenstadt: Gemeinden rüsten sich für Festspiele. In Mörbisch, St. Margarethen und auch in Rust laufen die Arbeiten für die Großevents.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 20. Juni 2019 (05:54)
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Rückkehr. Nach einem Jahr Pause wird im Steinbruch in St. Margarethen wieder eine Oper aufgeführt. Foto: zVg/Oper im Steinbruch
zVg/Oper im Steinbruch

Mit dem Start des Bühnenbetriebs im Steinbruch St. Margarethen und in Mörbisch am See verwandelt sich die Region wieder zum Kultur-Hotspot des Landes. Freuen können sich über den Ansturm von Opern- und Operettenfans vor allem Touristiker und Gastronomen, neben dem Plus für die Gemeindekassen und die Wirtschaft bedeutet die Festspielzeit aber auch einen enormen logistischen Aufwand, müssen in dieser Zeit in der Region immerhin ein vielfaches der Einwohnerzahl an Menschen versorgt und untergebracht werden.

Den Start macht am 10. Juli Mozarts Zauberflöte in St. Margarethen. In der Gemeinde freut man sich, dass nach der Pause im Vorjahr — wegen Differenzen zwischen Land und Esterházy-Stiftung — heuer wieder der Steinbruch bespielt wird. Auch Bürgermeister Eduard Scheuhammer (ÖVP) unterstreicht die Bedeutung der Festspiele: „Seit 1998 ist die Oper Teil von St. Margarethen. Ich freue mich, dass sie heuer wieder stattfinden wird. Die Festspiele sind eine Bereicherung für St. Margarethen und die ganze Region.“

„Buchungslage zur Zeit ist sehr erfreulich“

Für den Tourismus in der Gemeinde erwartet sich der Ortschef aber keine sonderlichen Auswirkungen, die Buchungslage sei ohnehin sehr gut und die Grenzgemeinde weniger auf Übernachtungen ausgelegt als etwa Rust oder Mörbisch. „Unsere Gastronomen freuen sich aber natürlich über die Gäste, die während der Festspielzeit die Restaurants und Heurigen besuchen“, so Scheuhammer.

In Rust gibt es zwar keine Festspiele, vom Kulturangebot in der Region profitiert die Freistadt dennoch: Das breite Angebot an Pensionen, Hotels, Restaurants, Heurigen und Buschenschanken lockt jedes Jahr Besucher der Festspiele in den Nachbargemeinden an. „Touristisch bringen uns Seebühne Mörbisch und Steinbruch St. Margarethen natürlich sehr viel, die Buchungslage zur Zeit ist sehr erfreulich“, so Rusts Bürgermeister Gerold Stagl (SPÖ).

Weniger erfreulich ist für den Ortschef das damit verbundene Verkehrsaufkommen in und um seine Gemeinde: „Natürlich geht damit auch ein erhöhtes Verkehrsaufkommen einher, die positiven Aspekte überwiegen aber bei Weitem“, meint Stagl. „In anderen Gemeinden gibt es natürlich andere Interessenslagen, das muss man verstehen. Für uns ist das Straßensystem gut genug ausgebaut und kann dem Andrang standhalten“, so Stagl. Besondere verkehrsregelnde Maßnahmen seien daher nicht nötig.

„Definitiv ein Plus“ wegen gutem Wetter

Ab 11. Juli wird Rust schließlich auch zur Transitgemeinde für Kulturfans, einen Tag nach der Premiere im Steinbruch öffnet sich auch bei den Seefestspielen in Mörbisch der Vorhang. Statt „Land der Sonne“ heißt es dort heuer „Land des Lächelns“.

Premiere. Am 11. Juli wird die Seebühne Mörbisch wieder zum Nabel des österreichischen Kultur-Betriebes. Foto: zVg/Seefestspiele Mörbisch
zVg/Seefestspiele Mörbisch

In der Gemeinde „werden durchgehend Zimmer gebucht. Für das Premieren-Wochenende sind wir schon fast voll“, freut sich Tourismus Möbisch-Chefin Andrea Posch über den Andrang: „Da der Sommer vom Wetter super wird, erwarten wir uns defintiv ein Plus bei den Besucherzahlen.“

Das Kulturangebot in Mörbisch wird anlässlich des 30. Jahrestages des Falls des Eisernen Vorhanges um einen Programmpunkt erweitert: Ab 1. Juli stellt Wolfgang Bachkönig jeden Montag sein Buch zu den historischen Ereignissen an der Grenze zu Ungarn vor.