Erntehelfer-Streit eskalierte: Prozess in Eisenstadt

In Eisenstadt sind am Freitag drei Erntehelfer vor Gericht gestanden, nachdem ein Streit auf einem Feld in Andau im Vorjahr eskaliert war und mit einem Messerstich geendet hatte.

APA / BVZ.at Erstellt am 19. März 2021 | 12:40
Sieben Terrorverdächtige müssen sich vor Gericht verantworten
Symbolbild
Foto: APA (Archiv)

Die Aussagen der drei Angeklagten aus Ungarn widersprachen jener des Opfers, die Verhandlung gestaltete sich zäh. Angelastet wurden ihnen schwere Körperverletzung bzw. Körperverletzung und Begünstigung.

Bei den drei Beschuldigten handelt es sich um zwei Brüder mit ungarisch-rumänischer Staatsbürgerschaft im Alter von 19 und 23 Jahren und einen 22-jährigen Adoptivbruder, gebürtiger Rumäne. Letzterer bekannte sich schuldig und gab vor Gericht an, dass er es war, der die Tat verübt habe: Im Mai 2020 arbeiteten die Männer auf einem Zwiebelfeld in Andau (Bezirk Neusiedl am See), als es zu einem Streit um Geld kam. Die Erntehelfer hätten monatlich 50 Euro schwarz an den Gruppenleiter abführen müssen, um dort arbeiten zu dürfen. Als der Gruppenleiter von ihnen 100 Euro verlangte, kam es zur Auseinandersetzung.

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Der 23-jährige Angeklagte erklärte, er hätte infolgedessen mit dem Gruppenleiter zu raufen begonnen. Als sich der 100 Kilogramm schwere Mann auf ihn stürzte und ihn niederdrückte, griff er zum Jausenmesser in seiner Hosentasche und dürfte ihn im Zuge der Rangelei verletzt haben. Das Opfer erlitt dabei eine Schnittverletzung beim Ohr und einen Messerstich am Rücken.

Aus Sicht des Gruppenleiters gestaltete sich der Streit anders. Laut Anklageschrift sollen ihn die beiden Brüder angegriffen und verletzt haben. Er geht davon aus, dass der Adoptivbruder in der Schuld der Familie stehe und daher die Tat auf sich nehmen sollte. Die zwei Brüder bestritten vor Gericht, dass sie ein Messer bei sich hatten.

Die Verhandlung wurde nach Mittag kurz unterbrochen, bevor am Freitag jedenfalls noch das Opfer befragt werden soll. Der Prozess dürfte jedoch vertagt werden.