Nationalratswahl: Bezirk Eisenstadt wird „türkis“. Erneut werden drei Parlamentarier aus dem Bezirk kommen, nicht alle von ihnen hatten aber einen Heimvorteil in ihrer Gemeinde. Die BVZ hat das Bezirks-Ergebnis analysiert.

Von Markus Kaiser. Erstellt am 01. Oktober 2019 (14:22)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Gewählt wird am 29. September
Gewählt wird am 29. September
APA (dpa)

Der landesweite Trend zeigte sich auch im Bezirk Eisenstadt-Umgebung deutlich: Die ÖVP legte um fünf Prozentpunkte auf 37 Prozent zu und überholte die SPÖ um stattliche sechs Prozent. Die SPÖ verlor vier Prozentpunkte, nur die FPÖ schnitt schlechter ab (minus acht Prozentpunkte auf 16 Prozent).

Die Liste JETZT halbierte sich auf 1,5 Prozent, die NEOS konnten sich mit 5,2 Prozent fast verdoppeln. Strahlender Sieger auch hier waren die Grünen: Plus 6,4 Prozentpunkte ergeben 8,4 Prozent. Die KPÖ (0,4 Prozent), der „Wandel“ (0,3) und die „Christen“ (0,1) blieben insgesamt unter einem Prozent.

Drei Nationalräte aus dem Bezirk

Die Zahl der Nationalräte aus dem Bezirk Eisenstadt bleibt konstant: Gaby Schwarz aus Eisenstadt und Christoph Zarits aus Zagersdorf ziehen für die ÖVP ins Parlament, Christian Ries aus Rust für die FPÖ. Bettina Zentgraf aus Mörbisch war nur auf dem zweiten Platz der SPÖ-Regionalwahlliste gereiht und kommt daher nicht in den Nationalrat.

bvz40grafik_Eisenstadt
BMI; Grafik: Bischof

Der Heimvorteil nützte vor allem Zarits, in seiner Heimatgemeinde lag die ÖVP mit 39,9 Prozent über dem Bundesergebnis und konnte noch dazu die SPÖ (36,3) überholen. Trotz Verlusten über dem Bundesergebnis lag Reis mit seiner Ruster FPÖ. Das Minus von 6,8 Prozentpunkten lag unter, das Ergebnis von 20,2 Prozent war zwar nicht positiv aber immerhin überdurchschnittlich.

Gleich in der Nachbarortschaft Mörbisch musste sich Zentgraf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der ÖVP liefern. Beide kamen auf 33,9 Prozent, ohne Wahlkarten liegt die ÖVP (plus 4,6 Prozentpunkte) aber eine einzige Stimme vor Zentgrafs SPÖ. Deren Minus von 1,7 Prozentpunkten ist in Anbetracht des Bundesergebnisses von minus 5,3 Prozentpunkten aber überdurchschnittlich gut.

Eisenstadt: ÖVP über dem Bundesergebnis

In der Landeshauptstadt Eisenstadt feierte Gaby Schwarz und ihre ÖVP einen fulminanten Erfolg: Ein Plus von einem Prozentpunkt ergibt 41,7 Prozent und einen deutlichen Vorsprung vor der SPÖ (20,4 Prozent) und FPÖ (14,4), die beide rund fünf Prozentpunkte verloren. Die Grünen schlossen mit 13,3 Prozent (plus 13,3) fast schon zu den Blauen auf. Die NEOS kamen auf 7,5 Prozent.

Viele Wahlkarten, wenig Wahlbeteiligung

Landesweit gab es mehr Wahlkarten-Wähler als je zuvor. Rund 28.000 machten von ihrem Briefwahlrecht Gebrauch. Doch auch die hohe Zahl an Wahlkarten kann den Rückgang bei der Wahlbeteiligung von 33.000 Stimmen burgenlandweit nicht wettmachen. Auch auf Bezirksebene ging die (hohe) Wahlbeteiligung von 86,5 Prozent auf unter 72 zurück. Zwar noch ohne die Wahlkarten – diese waren zu Redaktionsschluss auf Bezirksebene noch nicht ausgezählt – allerdings wird der Rückgang von fast 5.000 Urnen-Wählern durch die Briefwähler nicht mehr auszugleichen sein.

Apropos Briefwahl: In Trausdorf gab es so viele Wahlkartenwähler wie noch nie. Fast 300 Wahlkarten wurden ausgestellt. Auf Nachfrage der BVZ erklärte die Gemeinde den kuriosen Hintergrund: Die Freiwillige Feuerwehr hatte bereits vor dem Neuwahlbeschluss einen Ausflug geplant. Die Florianis und ihre Familien und Freunde traten den Ausflug natürlich nicht an, ohne vorbildlich zuvor ihre Wahlkarten auszufüllen.

So hat eure Gemeinde gewählt - hier findet ihr alle Gemeindeergebnisse!

Detaillierte Analysen, alle Sprengelergebnisse, die Verteilung der Vorzugsstimmen, die besten Sager sowie die Tops und Flops der Parteien findet ihr ab Mittwoch in der Printausgabe der BVZ und im ePaper.