Breitenbrunn: Neuer Segler-Verein im Seebad-Areal. Der neue Lakeside Sailing Club erstellt gemeinsam mit Esterhazy und Sportunion ein neues Konzept für Segler. Land als Vermittler bei Streit zwischen Yachtclub und Esterhazy.

Von Denise Grosina. Erstellt am 01. Mai 2019 (06:21)
Sigrid Janisch
Vereinsgelände. Das Hauptgebäude des Yachtclubs Breitenbrunn besteht bis auf Weiteres. Die Verhandlungen um den Verbleib laufen.

Zusätzlich zu den zwei bestehenden Segelclubs, dem Yachtclub und der Seglergemeinschaft, gibt es im Seebad Breitenbrunn nun auch einen dritten Segelverein: den Lakeside Sailing Club.

Der Ursprung des neuen Clubs liegt in den Streitigkeiten über die Übergabe des Seebades zwischen Esterhazy und dem Yachtclub, mit dem es noch immer gerichtliche, aber auch direkte Verhandlungen gibt.

Verein möchte mit modernem Konzept durchstarten

Die Sportunion versuchte, Anfang des Jahres noch zwischen Esterhazy und dem Yachtclub zu vermitteln. Nach dem Abbruch der Gespräche war der sportliche Weiterbetrieb auf dem Gelände des Seebads ab 2019 gefährdet.

Daher fand sich eine kleine Gruppe an Seglern mit Unterstützung der Sportunion zusammen, um ein Konzept für die Zukunft sowie die Erhaltung des Segelsports im Spitzen- und Breitensport zu erstellen und gründete den Lakeside Sailing Club. Bereits nach den ersten Gesprächen zwischen Esterhazy, Sportunion und dem neuen Lakeside Sailing Club kamen laut dessen neuem Präsidenten, Ludwig Gussenbauer, die Beteiligten auf einen grünen Zweig.

Der Verein möchte mit einem neuen und modernen Konzept durchstarten. Das primäre Anliegen ist eine langfristige und nachhaltige Ausübung des Segelsports in Breitenbrunn. „Dabei wollen wir uns jedoch nicht gegenüber anderen Wassersportarten verschließen“, so Gussenbauer.

In der Segelsaison 2019 sollen im öffentlichen Bereich des Seebads genügend Land- und Wasserliegeplätze zur Verfügung gestellt werden.

Vertrag wurde noch nicht unterzeichnet

Eine Containerlösung soll in der Anfangsphase für ein Clubleben sorgen. Langfristig soll dem Lakeside Sailing Club ein eigenes Gelände mit der notwendigen Infrastruktur, die der Segelsport benötigt, zur Verfügung stehen. „Einem seglerischen Neustart in Breitenbrunn steht nichts mehr im Wege“, so Gussenbauer: „Unser Ziel ist es, ein familiäres Clubleben zu gestalten. Zusätzlich zu den sportlichen Aktivitäten soll die Schönheit des Neusiedler Sees auch in einem geselligen Rahmen genossen werden können.“

Interessierte Segler können sich bereits auf der Homepage: www.lakeside-sailing.at informieren. Eine Sprecherin von Esterhazy erklärte, dass es noch keine unterschriebenen Verträge zwischen dem Lakeside Sailing Club und Esterhazy gebe. Daher sei auch noch nicht klar festgelegt, wo sich das Clubgelände in Zukunft befinden soll. „Es herrscht von beiden Seiten reges Interesse für eine Zusammenarbeit im Seebad Breitenbrunn. Derzeit laufen die Gespräche mit dem Verein allerdings noch“, so die Sprecherin von Esterhazy.

Streit um Bestehen des Yachtclubs

Noch nicht beigelegt ist der Streit zwischen dem Yachtclub Breitenbrunn und Esterhazy. Hier hat sich nun das Land als Vermittler eingeschaltet. Denn der Yachtclub stellt klar: „Wir stimmen einer Einigung nur zu, wenn ein dauerhafter Bestand des Vereins garantiert wird und uns auch genügend Platz für Clubgebäude, Übernachtungsmöglichkeiten und Anlegestellen geboten wird. Wenn nicht, dann müssen wir den gerichtlichen Weg weitergehen“, so der Yachtclub-Präsident, Walter Bajons.

Den neuen Segelclub sieht Bajons nicht als Konkurrenz. „Wenn Esterhazy genug Platz für beide Vereine einräumen kann, ist das nicht mein Kaffee. Sollte Esterhazy aber glauben, dass man unseren Platz durch einen neuen Verein beschneiden könnte, dann haben sie die Rechnung ohne den Wirt gemacht“, empört sich Bajons. Die nächste Verhandlung zwischen Esterhazy und dem Yachtclub findet am 21. Mai in der Landesregierung statt. Die nächste Gerichtsverhandlung zwischen der Gemeinde und dem Yachtclub findet am 27. Juni statt.