Mit Waffe vor Nachtclub in Eisenstadt

Erstellt am 24. Februar 2022 | 04:05
Lesezeit: 3 Min
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Foto: APA/Webpic
Streit vor G-Paradise eskalierte. Wiener zog Softgun, um Freund zu beschützen.
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Zu einem spektakulären Vorfall war es am 8. August 2021 vor dem Eisenstädter Nachtclub G-Paradise gekommen. Ein Wiener Friseur versuchte, einen Streit mit Waffengewalt zu schlichten.

Vorige Woche musste er sich mit seinen Freunden vor Gericht verantworten. In den Streit im Nachtclub war auch 21-jähriger, vierfach vorbestrafter Lehrling aus dem Bezirk Eisenstadt verwickelt gewesen.

„Der Streit verlagerte sich von drinnen nach draußen“, sagte der Lehrling. Am Parkplatz vor dem Lokal hatte sich indessen sein 20-jähriger Freund, der Friseur aus Wien, im Auto schlafen gelegt.

Durch das Geschrei sei er aufgewacht. Er habe gesehen, so der 20-Jährige, wie ein ebenfalls 20-jähriger ehemaliger Bundesheerkollege aus dem Bezirk Eisenstadt von einem Security weggestoßen wurde.

„Ich nahm die Waffe und zielte mit fünf Meter Abstand auf den Security“, berichtete der 20-jährige Wiener.

„Warum hatten Sie eine Air Softgun mit?“, fragte Richterin Gabriele Nemeskeri.

„Ich wollte cool sein“, erklärte der Wiener. Um seinen Freund zu beschützen, drohte er damit, „alle umzubringen“. „Ich zog die Pistole und sagte, sie sollen sich verpissen!“, erinnerte sich der Wiener.

„Zeugen sagen, dass Sie schrien: Ich knall euch alle ab!“, berichtete die Richterin. „Ich wollte nur meine Freunde beschützen“, sagte der Wiener.

Zwischendurch soll sich auch sein 21-jähriger Freund der Softgun bemächtigt und damit herumgefuchtelt haben. Dabei wurde ein Mann an der Hand verletzt.

Der 20-jährige ehemalige Bundesheerkollege zog den Wiener aus dem Tumult, die jungen Männer verließen den Ort des Geschehens.

Vor Gericht bekannten sich der Wiener und sein 21-jähriger Freund aus dem Bezirk Eisenstadt weitgehend schuldig.

Der dritte Beteiligte gab an, keine Drohungen geäußert zu haben. Er wurde auch von Zeugen entlastet und daher freigesprochen.

Der unbescholtene Wiener muss im Rahmen einer Diversion 120 Stunden gemeinnützige Leistungen erbringen. Sein vorbestrafter Freund aus dem Bezirk Eisenstadt erhielt eine Geldstrafe von 2.160 Euro.

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