SPÖ und ÖVP uneins über Großbauprojekt. In Großhöflein gehen die Wogen hoch: Die SPÖ hatte die Idee eines Großbahnhofes verkündet, die Kritik der ÖVP folgte prompt.

Von Markus Wagentristl. Erstellt am 21. November 2019 (14:36)
Wenn es nach Überlegungen der SPÖ geht, soll sich hier bald wesentlich mehr tun: Der Bahnhof Müllendorf könnte schon bald zum "Zentralbahnhof Großhöflein" erweitert werden.
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Die BVZ hatte bereits vor Wochen über die Pläne berichtet und in der aktuellen Ausgabe noch einmal, nachdem jetzt auch andere Medien "auf den Zug aufgesprungen" sind, herrscht nun Aufregung der Großhöfleinern und Müllendorfern: Die SPÖ hatte die Überlegungen geäußert, den bestehenden Bahnhof Müllendorf zu einem Großbahnhof mit entsprechender Infrastruktur aufzuwerten. Die ÖVP äußerte daraufhin in einer Pressekonferenz harte Kritik an dem Manöver.

 Wolf/Zoffmann: "Kein 'Drüberfahren' über die Anrainer"

Hornsteins Bürgermeister und ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf und die Großhöfleiner Vizebürgermeisterin Maria Zoffmann.
BVZ

Die Landesregierung mache Schnellschüsse auf dem Rücken der Gemeinden, erklärte der Hornsteiner Bürgermeister und ÖVP-Landesgeschäftsführer Christoph Wolf am heutigen Donnerstag: „Die Grundidee, den öffentlichen Verkehr auszubauen ist ja auch genau unser Zugang. Aber: Es braucht ein ordentliches Konzept und die Menschen müssen von Anfang an eingebunden sein."

Die Großhöfleiner Vizebürgermeisterin Maria Zoffmann betonte diese Einbindung, die sie hier eben vermisse: "Auch der Bürgermeister (Heinz Heidenreich, SPÖ) und die ÖBB hat von der Idee aus den Medien erfahren. Die Großhöfleiner machen sich Sorgen - auch die SPÖ-nahen."

Sie wird eine Informationsveranstaltung am heutigen Donnerstag, um 19 Uhr in der Großhöfleiner "Zeche" abhalten, die BVZ wird berichten.

 Hergovich: Kritik an "Generalblockierer Steiner" 

LAbg. Robert Hergovich bei einer Infoverstaltung der SPÖ.
BVZ

Mit Unverständnis reagiert SPÖ-Landtagsabgeordneter Robert Hergovich in seiner Funktion als Eisenstädter Bezirksmandatar auf die heutigen Äußerungen der ÖVP bezüglich eines neuen Bahnhofs im Raum Eisenstadt: „Die Linie der SPÖ ist ganz klar: kein großes Verkehrsprojekt ohne Zustimmung der Gemeinden! Das gilt für eine Verlängerung der A3 wie auch für einen neuen Bahnhof. Leider steht die Steiner-ÖVP aber für eine Verunsicherung der Bevölkerung und nicht für klare Positionen zu wichtigen Verkehrsprojekten wie das Beispiel A3 zeigt. Steiner mimt den Generalblockierer und redet prinzipiell jedes Projekt schlecht – auf Kosten der Region“, so Hergovich in einer Aussendung. 

Zu den konkreten Plänen meinte Hergovich: "Wo mittel- bis langfristig ein neuer Bahnhof entstehen könnte wird ein ausführlicher Palnungs- und Diskussionsprozess unter Einbindung der Gemeinden zeigen."

FPÖ-Kritik an ÖVP

„Es ist vollkommen egal, ob Straße oder Schiene, die ÖVP ist immer gegen alles und versucht jetzt sogar schon, aus ungelegten Eiern einen Salat zu machen“, reagiert FP-Klubobmann Géza Molnár. „Mit diesem ultimativ destruktiven Zugang werden wir die Verkehrsproblematik im Bezirk Eisenstadt nicht lösen können. Die schlechteste Lösung ist nämlich gar keine Lösung.“

Molnár betont, dass es sich bisher lediglich um Überlegungen handle und dementsprechend noch nichts an konkreten Plänen vorliege.

Grüne sprechen von "Wahltaktik"

Generell freut sich die GRÜNE Landessprecherin Regina Petrik über den Richtungsschwenk innerhalb der Regierung wie auch der SPÖ. Ich befürchte aber, dass es sich hier nur um Wahltaktik handelt. Vier Jahre lang hören wir von der SP-FP-Koaltiton keinen Ton zum Ausbau der Schiene und zu Beginn des Wahlkampfes nun der 180 Grad-Schwenk?", bleibt Petrik skeptisch und verweist auf die Aussage von LH Doskozil im OHO in Oberwart, in dem er sinngemäß sagte: "Ein Bahnhof im Südburgenland koste zu viel – da könnte man jedem Reisenden einen Golf schenken".

Bürgerinitiative: Es braucht ein Konzept für den ganzen Großraum

Die BIG A3, die überparteiliche Bürgerinitiative gegen die Verlängerung der Südost-Autobahn (A3) fordert ein Verkehrskonzept für die Region Eisenstadt/Sopron. Ziel müsse ein Güterumlade-Bahnhof Ödenburg-Ost mit Park and Ride für Pendler sowie ein Pendler-Bahnhof am Knoten Eisenstadt sein. Keine gute Lösung wäre ein Bahnhof in Großhöflein mit Einkaufszentrum. Dieser sei nicht zentral gelegen, ein zusätzlicher Verkehrserreger und nicht im Interesse der Anrainer.