Klemens Wukovatz ist ein Taubenflüsterer . Die BVZ besuchte den Landesmeister im Taubenzüchten in seiner Heimat in Wulkaprodersdorf. Dort erklärte der gelernte Zimmerer, was eine schöne Taube ausmacht.

Von Reinhold Woditsch. Erstellt am 30. Juli 2020 (04:34)
Für ihn macht eine Taube sehr wohl schon einen Frühling. Der Wulkaprodersdorfer Klemens Wukovatz hat für seine Taubenzucht schon viele Preise gewonnen.
BVZ

Einem besonderen Hobby hat sich der Wulkaprodersdorfer Klemens Wukovatz verschrieben: der Taubenzucht. Dass er damit im Burgenland nicht alleine ist beweisen die über zehn Vereine die dem 61-jährigen Pensionisten auf Anhieb einfallen.

Ein Landessieger mit Nachwuchssorgen...

Den Weg zu seiner Leidenschaft hat Wukovatz früh gefunden: „Mein Onkel hat mir zum Geburtstag eine Brieftaube geschenkt, als ich neun Jahre alt wurde. Leider besaß ich sie nicht lange, denn ich wusste nicht, dass sie einen Stall braucht und so verließ sie mich leider wieder schnell. Ich war damals zwar etwas gekränkt, aber letztendlich hat mich dieses Erlebnis zur Taubenzucht gebracht,“ erzählt er mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Die preisgekrönten Tauben von Klemens Wukovatz sind besonders schön, manche sogar die schönsten des Landes. Der Taubenstall ist für den 61-jährigen Wulkaprodersdorfer besonders wichtig, den im Bild rechts hat sich der fleißige Zimmerer selbst gebaut.
Reinhold Woditsch

Mittlerweile hat Wukovatz schon mehrere Landesmeister und Champion-Titel ergattern können. „Es ist schön, wenn man sieht, dass sich die Arbeit, die man in die Taubenzucht gesteckt hat, gelohnt haben. Preisgeld gibt es jedoch keines, es geht um die Ehre“ lacht der Wulkaprodersdorfer Züchter. Apropos Geld: „Eine Taube kostet zwischen fünf und 200 Euro. Natürlich ist es besser, am Anfang tiefer in die Tasche zu greifen, um später bessere Ergebnisse zu erzielen.“ Gekauft, verkauft und getauscht wird mit anderen Züchtern, zu denen es freundschaftliche Verhältnisse gibt. „Nach so vielen Jahren kennen wir uns alle in der Umgebung und treffen uns auch einmal pro Monat zum fachsimpeln und Schmäh führen,“ so der Züchter.

Für ihn macht eine Taube sehr wohl schon einen Frühling. Der Wulkaprodersdorfer Klemens Wukovatz hat für seine Taubenzucht schon viele Preise gewonnen.
BVZ

Was macht aber nun eine gute Taube aus? Bei den Wettbewerben gibt es ein Punktesystem, bei dem unter anderem die Färbung, der Schnabel, sowie Anzahl und Zustand der Handschwingen und Armschwingen bewertet wird. Ob eine Taube das Zeug dazu hat, bei Wettbewerben gut abzuschneiden, erkennt man meist schon recht früh.

... und Zimmerer mit Putzfimmel

Seinen auffällig sauberen Stall hat der gelernte Zimmerer übrigens in Eigenregie gebaut. Ausgemistet muss rund dreimal pro Woche werden, in intensiven Zeiten auch etwas mehr. „Das ist wie bei den Menschen: Im Frühjahr wird das Sommerkleid angezogen, im Herbst das Winterkleid. Beim Wechsel werden da natürlich viele Federn gelassen,“ so Wukovatz.

Schade findet der Züchter nur, wie es um den Nachwuchs in der Taubenzucht bestellt ist: „Leider begeistern sich nicht viele junge Leute für dieses spannende Hobby. Es macht halt auch sehr viel Arbeit,“ gibt Wukovatz zu.

Dem Strahlen auf seinem Gesicht nach zu Urteilen zahlt sich die Arbeit mit den gefiederten Freunden für Wukovatz allerdings aus.