Modernste Müllsortieranlage Europas eröffnet. Im Beisein von Prominenz aus Politik und Wirtschaft erfolgte gestern, Donnerstag, nach einjähriger Bauzeit der offizielle Startschuss für die neue Abfallsortieranlage des Entsorgungsspezialisten Oswald Hackl. Errichtungskosten: 13 Millionen Euro.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 09. Oktober 2020 (10:21)

Die Planungen zur neuen Anlage hätten ihren Ursprung in einem Forschungsprojekt aus dem Jahr 2014 gehabt, heißt es seitens des Unternehmens. Als 2017 ein Brand große Schäden auf dem Firmengelände anrichtete, habe man auf Erkenntnisse dieses Projekts zurückgreifen können.  Begonnen wurde mit dem Bau dann im Juni des Vorjahres, bereits im Dezember konnte der Probebetrieb aufgenommen werden und im heurigen Juni kam es – trotz Covid-19-bedingter Verzögerung – zur Fertigstellung.

Es ist die erste neu errichtete Sortieranlage in Österreich seit zwölf Jahren - sie gilt nicht nur als modernste Müllaufbereitungsanlage Europas, sondern setzt auch auf nachhaltigen Betrieb durch Rückgewinnung von selbst produzierter Energie. „Die Branche steht derzeit vor zahlreichen Entscheidungen, neuen Bestimmungen und Auflagen. Langfristig führt an modernen Sortieranlagen kein Weg vorbei“, zeigte sich Geschäftsführer Oswald Hackl jun. überzeugt. Gerade in der aktuellen Situation sei die neue Anlage „ein wesentlicher Beitrag für die burgenländische Wirtschaft und ein Motor für unseren Arbeitsmarkt“, betonte auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Neue Wege mit modernster Technik

Die Steuerung der neuen Anlage erfolgt über Tablets. Die Gesamtkapazität beträgt 38.000 Tonnen, bei Kunststoffverpackungen bis 15.000 Tonnen. Die Sortierquote wiederum liegt bei 60 Prozent und habe somit weitgehend den Höchstwert erreicht, wie es heißt. Erstmals in der 42-jährigen Firmengeschichte des als „Vorreiter in Nachhaltigkeit“ etablierten Entsorgungsspezialisten kommen in der neuen Anlage Sortierroboter mit künstlicher Intelligenz zum Einsatz. Eine Reduktion der Arbeitsplätze bedeute das aber keineswegs, so Hackl: „Durch die Anlage wurden 20 Mitarbeiter aufgenommen.“

Für die Zukunft gerüstet

Auch wenn der Vollstart der Anlage in eine Corona-bedingt wirtschaftlich schwierige Zeit falle, in der zudem auch neue Umweltstandards erarbeitet würden, ist Oswald Hackl dennoch optimistisch: „Die Anlage ist so konzipiert, dass wir uns auf die jeweils vorgeschriebenen gesetzlichen Anforderungen zur Erreichung der Ziele des EU-Kreislaufwirtschaftspaketes einstellen können. Wir werden die an uns gestellten Aufgaben mit oder ohne Einwegpfand bewältigen.“