Protest gegen Bahnschleife: Bürger sagen „Nein“. Am heutigen Nachmittag fiel eine Menschenschlange in Wulkaprodersdorf auf: Die Bürgerinitiative gegen die Bahnschleife Wulkapordersdorf (BIB) machte mit einer Aktion gegen den geplanten Bau einer Eisenbahnschleife aufmerksam.

Von Sigrid Janisch. Erstellt am 05. Februar 2018 (18:48)

„Für eine vier-minütige Fahrzeitverkürzung auf dem Weg mit der Bahn von Eisenstadt nach Wien will man hier zwischen 25 und 27 Millionen Euro investieren. Dadurch geht eine Ackerfläche von rund acht Fußballfeldern verloren und zusätzlich soll an der Ortsausfahrt Wiener Straße, wo die B50 und die B16 verlaufen, ein Kreisverkehr in acht bis neun Metern Höhe entstehen“, so Sprecher der BIB, Richard Hermann.

Seit Jahren verhandeln hier Gemeinde und ÖBB für eine Lösung, die Gespräche verliefen aber im Sand. „Also stellen wir uns jetzt auf unsere Beine. Es ist traurig, dass wir das tun müssen, aber wir wollen nicht, dass man einfach über uns drüber fährt!“, so Hermann weiter.

Hoffen auf Gespräch mit Vertretern von Land und Bund

Deshalb versammelten sich nun Wulkaprodersdorfer, um auf die Problematiken des Kreisverkehrs  hinzuweisen: Es wird vermutet, dass es „Staus, mehr Staub durch Stop-and-Go-Verkehr, mehr Lärm“ geben wird. Auch, um sich Gehör zu verschaffen: „Vonseiten der Landespolitik fühlen wir uns im Stich gelassen, denn niemand scheint zuständig zu sein“, so der einhellige Tenor der Bürger.

Zusätzlich stört, dass die „Schleife Eisenstadt“ nur über Wulkaprodersdorfer Hotter verlaufen und auch hier eine neue Park-and-Ride-Anlage entstehen soll. „Wir sind nicht der Parkplatz von Eisenstadt“, stellt eine Bürgerin fest.

Festhalten will Hermann aber auch: „Wir sind nicht gegen den öffentlichen Verkehr, im Gegenteil, dieser sollte besser ausgebaut werden. Aber dieses Projekt ist eine Ruckzuck-Lösung und geht nur zu Lasten Wulkaprodersdorfs.“