Glassplitter im Spielplatz versteckt

In Zagersdorf wurden Glassplitter so auf dem Spielplatz angeordnet, dass sich Kinder verletzen könnten — vermutlich absichtlich. Ähnlicher Fall in Mörbisch.

Erstellt am 08. Juli 2021 | 06:50
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Aufruf. Auf Facebook und in einer Aussendung informiert Bürgermeister Helmut Zakall über die Scherben und bittet um Mithilfe der Bevölkerung.
Foto: zVg

Unfassbares entdeckte Zagersdorfs Bürgermeister Helmut Zakall (SPÖ) zu Beginn der Woche auf einem der Spielplätze im Ort: Glasscherben und abgebrochene Flaschenhälse waren mit den Spitzen nach oben im Fallschutz von Schaukeln und Rutschen und mehreren Stellen im Kies vergraben worden.

„Das ist unfassbar und hat mich zutiefst erschüttert. Das ist kein Schabernack mehr. Wenn sich hier ein Kind verletzt, ist das schwere Körperverletzung“, ist Zakall sichtlich erschrocken von der Skrupellosigkeit der Täter. „Es beunruhigt mich und das wird es wohl auch den ganzen Sommer“, stellt Zakall fest.
Auch früher sei es schon vorgekommen, dass Glasscherben am Spielplatz gefunden wurden, „wenn Jugendlichen beim Zusammensitzen eine Flasche zerbrochen ist. Die Scherben wurden dann weggeräumt“, so Zakall. Aber das diese absichtlich vergraben wurden, das ist neu. Es könne nur in der Nacht passiert sein, da tagsüber Mütter am Spielplatz und Fischer beim nahen Fischerteich sind.

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Zakall selbst sei durch einen Anruf darauf aufmerksam gemacht worden. „Ich habe den gesamten Vormittag dann damit verbracht, den Kies nach Scherben zu durchsuchen. Insgesamt habe ich 1,5 Kilogramm gefunden“, so erzählt Zakall. Auch am nächsten Tag waren Gemeindearbeiter noch damit beschäftigt, den Kinderspielplatz von Scherben im Kies zu befreien.

Die Gemeinde erstattete auch Anzeige bei der Polizei. Viel mehr könne er nicht tun. „Mir fehlen die Möglichkeiten für andere Maßnahmen, da hier nicht gefilmt werden darf“, so Zakall. Daher ruft er auch die Bevölkerung auf, die Augen offen zu halten und Ungewöhnliches oder Auffälliges im Ort der Gemeinde oder ihm zu melden.
Auch Zagersdorfs ÖVP-Ortsparteiobmann Gerald Ivanschits stellte in den letzten Wochen fest, dass vermehrt Glasscherben am Spielplatz und am Basketballfeld sind. Auch er erklärt: „Das gefährdet unsere Kinder!“

Vandalenakte am Mörbischer Spielplatz

Ähnliche Vorfälle gab es auch in Mörbisch, allerdings weniger dramatisc h: „Die gleiche Intention, Leute zu verletzen, habe ich bei uns nicht wahrgenommen“, relativiert Vize-Bürgermeisterin Bettina Zentrgraf (SPÖ). „Ich wurde aber schon oft von verärgerten Eltern kontaktiert, dass in der Früh — vor allem am und nach dem Wochenende — Glasscherben herumliegen und die Spielgeräte zerstört wurden. Das passiert leider regelmäßig“, erklärt die Mutter dreier Kinder.

Sie will allerdings nicht mit „Law and Order“ gegen die Jugendlichen vorgehen, auch von Überwachungsmaßnahmen hält sie nichts. „Es macht keinen Sinn die Jugendlichen zu kriminalisieren. Wichtiger wäre es, mit ihnen in Kontakt zu treten und Angebote zu schaffen. Man muss leider sagen, dass in den letzten Jahren für die Jugendlichen im Ort absolut nichts gemacht wurde“, zeigt sich Zentgraf mit der Dorfjugend solidarisch. 90 Prozent seien ohnehin vernünftig, wegen einiger weniger „Zerstörungswütiger“ alle Jugendlichen unter Generalverdacht zu stellen, hält sie für den falschen Weg. Konkret will sie etwa den Jugendraum in der Hauptstraße wiederbeleben — gemeinsam mit den Jugendlichen. „Wenn sie sich selbst organisieren, Zeit und Arbeit hineinstecken, dann ist die Wertschätzung auch ganz eine andere“, will sie Alternativen schaffen, statt nur zu sanktionieren.