Bordeaux: Hauptstadt des Weins. Die Stadt Bordeaux ist für ihren Wein bekannt. Die langen Sommer lassen Touristen den mediterranen Einfluss spüren und laden zum Verweilen ein. Nicht nur in der Stadt, sondern in der gesamten Region – vor allem auch in den Weinbergen.

Von Teresa Sturm. Erstellt am 05. Juni 2019 (04:08)

„Um das Herze zu erwärmen, wenn ich trinke, will ich schwärmen. Nur von besten Rebenhügel, wächst der Wein zu Lebensflügeln“, dichtete Johann Wolfgang von Goethe schon vor Hunderten Jahren. Und wer weiß: Vielleicht sind Goethe diese Zeilen eingefallen, als er in den Rebenhügeln in Frankreich weilte. Obwohl Bordeaux und die Region herum vor allem wegen dem Rotwein bekannt ist, ist es längst nicht „nur“ die Kulinarik, die sich dort ent-
decken lässt.

Spiegelbild im Wasser

So ist etwa Miroir d’Eau ein absolutes Must-see in Bordeaux. Das oft fotografierte Werk gegenüber dem Place de la Bourse ist eine Art Wasserspiegel (Foto siehe oben). Auf einer gigantischen Granitplatte steht das Wasser etwa zwei Zentimeter tief. Spezielle

Düsen sprühen Wasserdampf und hüllen den Platz in Nebel.

In der äußerst grünen Stadt finden sich viele Parks. Doch sollte sich das Wetter einmal nicht zum Outdoor-Programm eignen, laden Museen wie das Cité du Vin ein. Im Ranking des National Geographic hat das Weinmuseum es auf Platz sieben der weltweit besten Museen geschafft. Geht man durch den Themenpark, wird auch klar, warum: Hologramme, Soundeffekte, 3D, Kinobildschirme … Verschiedenste interaktive Technologien machen den Wein im wahrsten Sinne greifbar. Die Architektur des Bauwerks soll an die Bewegung im Weinglas erinnern (Foto rechts).

Junge Stadt

Bordeaux ist eine Studentenstadt und dementsprechend jung zeigt sich das Bild auch in der Bevölkerung sowie in den Freizeitmöglichkeiten. Eine nicht mehr genutzte Kaserne wurde beispielsweise vor einigen Jahren wieder belebt. Im Bio-Supermarkt und im Restaurant darin kann selbst gebrautes Bier gekauft werden. Die Flächen dort werden außerdem als Coworking-Space, Skatehalle und für Veranstaltungen verwendet.

Ins Herz der Weinberge

Wer die Stadt zur Genüge erkundet hat, ist gut beraten, ein wenig Zeit in den Weinbergen einzuplanen. So ist das Dorf Saint-Émilion nur etwa 45 Minuten mit dem Auto entfernt. Die mittelalterliche Stadt liegt im Herzen des Weinbaugebietes von Bordeaux.

Wer gut bei Fuße ist, sollte in jedem Fall die etwa 200 Stufen der monolithischen Kirche nach oben gehen, um einen atemberaubenden Ausblick zu bekommen (Foto rechts oben). Auf den Spuren des Benediktinermönchs Émilion (Aemilianus) geht es in die größte unterirdische Kirche in Europa. Auf romantischen Gassen kommt man auch zur Felsenkirche, die komplett aus Kalkstein herausgehauen wurde.

Nicht weit vom Zentrum befindet sich das Château La Dominique, ein bedeutendes Weingut in dieser Gegend. Der Wein von dort zählt zur Gruppe der Grands Crus Classés, der dritthöchsten Stufe in der Hierarchie der Rotweine von Saint-Émilion. Das ganze Jahr können Interessierte dort den modernen Weinkeller besuchen, Wein verkosten und das Essen im Restaurant dort genießen.

Wer die Weinberge nicht nur nachhaltig, sondern auch besonders originell entdecken möchte, ist im Château La Renommée genau richtig. Dort kann man Touren buchen, um die Gegend auf dem Segway zu durchfahren und hat danach noch genügend Energien für eine Weinverkostung.