Reisen: Kürzer, aber öfter. Wie sich das Reiseverhalten der Österreicher seit 1969 veränderte.

Von Carina Rambauske. Erstellt am 12. Dezember 2018 (03:10)
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Symbolbild

Wohin geht die Reise? Nach Italien! Seit Jahrzehnten antworten durchschnittlich 21 Prozent der reisenden Österreicher gleich auf diese Frage. Das ergab ein Langzeitvergleich der Statistik Austria, der das Reiseverhalten der Österreicher bis ins Jahr 1969 betrachtet. Weitere Erkenntnisse: Die Österreicher reisen öfter, aber kürzer und geben mehr Geld dafür aus. Und: Sie blieben ihrer Lieblings-Reisedestination, Italien, durch die Jahrzehnte treu.

Wie haben sich die Reisegewohnheiten aber im Detail verändert?

Ziele: Dauerfavorit Italien

Bleiben wir bei Italien. 1969 führten knapp 40 Prozent der Urlaubsreisen dorthin. Mittlerweile hat sich dieser Anteil zwar halbiert, dennoch bleibt Italien unangefochten an der Spitze der Auslandsdestinationen. Zumindest bis zum Sommer 2018, als sich Kroatien als Top-Auslandsdestination durchsetzte. Ewiger Dritter durch die Jahre: Deutschland. Allgemein ist die Anzahl der Auslandsurlaube mehr als sechs Mal so hoch wie vor 50 Jahren (von 1,1 auf 6,5 Millionen). Die der Inlandsreisen hat sich verdoppelt − von 1,3 auf 3,1 Millionen.

Dauer: Das ganze Jahr ist Reisezeit

Während sich im Ranking der beliebtesten Destinationen nur wenig rührte, sind beim Reiseverhalten massive Veränderungen festzustellen. „Das gesamte Jahr wird zunehmend zur Reisezeit“, fasst Rebecka Wurian von der Statistik Austria zusammen. 1969 fanden 71 Prozent der Urlaubsreisen in den Sommermonaten statt. Heute liegt dieser Wert bei 45 Prozent. Der Winter wird zunehmend genutzt, um in die Ferne zu reisen – vor allem nach Thailand, Malediven und in die Dominikanische Republik.

Intensität: Öfter, aber kürzer

Nicht nur die Reisezeit hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Auch die Intensität. Sechs von zehn Österreichern verreisen mindestens ein Mal im Jahr länger als vier Nächte. 1969 machten das gerade einmal 27,5 Prozent der Österreicher. Sie gönnen sich mittlerweile lieber öfter eine Urlaubsreise, die dafür kürzer ist. Der Anteil der einwöchigen Urlaubsreisen hat sich seit 1969 verfünffacht. Längere Reisen zwischen zwei bis drei Wochen sind jedoch rückläufig.

Reisen: Warum und warum nicht?

Reine Strand- und Badetage als Reisemotivation sind nicht mehr attraktiv. Erholungs- und Aktivurlaube sind am beliebtesten, die Verwandten- bzw. Bekanntenbesuche als Reisegrund nehmen zu. Ein Viertel der Österreicher macht überhaupt keine Urlaubsreise. Warum? „Weil sie lieber zu Hause sind“ bzw. aus gesundheitlichen Gründen, antworteten jeweils 27,5 Prozent der Befragten.

Methodik der Statistik: 12.000 Befragungen jährlich