Lifestyle in Jesolo …

Der Badeort an der oberen Adria hat sich zu einer modernen Destination in Reichweite entwickelt. Jesolo geht in Richtung Urban Lifestyle und erinnert an Miami.

Erstellt am 30. Juli 2021 | 07:23

Als ich vor über 30 Jahren das erste Mal am Strand von Jesolo stand, dachte ich mir „Ich will nach Hause!“ Es gefiel mir überhaupt nicht. Der ewig lange Sandstrand mit seinen unzähligen Liegestühlen und Sonnenschirmen, die vielen Hotels, dicht an dicht gedrängt, und die schnurgerade Einkaufsstraße – das alles auf rund 15 Kilometer verteilt. Aber ich habe Jesolo lieben gelernt.

Alles liegt in Reichweite: Meer, Strand, Hotel, Essen, Einkaufen – ich muss nichts suchen, muss nirgendwo extra hinfahren, alles vor der Haus- bzw. Hoteltüre. Mittlerweile fahre ich fast jedes Jahr ein bis zwei Mal hierher. Ich war schon auch woanders, lag auf vielen schönen Stränden in der Welt und dachte mir insgeheim: „Schaut aus wie in Jesolo …“

Jesolo hat sich fein herausgeputzt, sein „Hausmeisterstrand-Image“ abgelegt und sich zu einem modernen Urlaubsort (nahe der Lagunenstadt Venedig, wohin sich ein eintägiger Ausflug anbietet) entwickelt. Man kann so viel unternehmen hier, zum Beispiel auf der Pista Azzurra mit Gokarts flotte Runden drehen und sich wie ein Max Verstappen fühlen. Hier ist auch Europas größter Wassersportpark, der Caribe Bay mit einer atemberaubenden Wasserrutsche, Wellenbecken und einem karibisch weißen Palmensandstrand.

Jesolo: Auch im Winter eine Reise wert

Ruhiger geht es am Golfplatz zu, der eine grüne Oase ist und das ganze Jahr geöffnet hat. Besonders im Herbst eine Wohltat, wenn das Klima noch mild ist, aber schon die morgendlichen Nebel kommen und sich über den Greens ausbreiten. Die Comune di Jesolo ist nämlich bestrebt, auch in der Nebensaison Gäste in den Obere-Adria-Ort zu locken.

Im Winter ist Jesolo auch eine Reise wert, da sind alle Liegestühle und Sonnenschirme weggeräumt, und der Strand ist einsam und leer. Dann entfaltet der Strand seine wahre Größe und Schönheit. Wenn das Meer, von den Winden aufgewühlt, sich wild ans Ufer wirft. Ein Schauspiel, wenn man vom Hotelzimmer aus das Meer beobachtet. Rund 50 Hotels haben übrigens im Winter geöffnet.

Mittlerweile könnte ich schon einen Hotelführer schreiben, schließlich kann man in Jesolo in über 350 Hotels (!) übernachten, da sind die Appartements noch gar nicht mitgezählt. Ein schwieriges Unterfangen, das richtige Quartier zu finden, vielleicht urlauben aus diesem Grund eingeschworene Jesolo-Fans ein Leben lang in ein und dem selben Hotel.

Auch wenn ich mir Jesolo mit rund sechs Millionen Touristen im Jahr teilen muss, bleibt genug Platz und Freiraum, um sich zu erholen.