Neue Zipline in Annaberg im großen NÖN-Test. Neue Seilrutsche bei den Annaberger Liften bietet rasanten Fahrspaß und Nervenkitzel.

Von Markus Zauner. Erstellt am 11. Oktober 2019 (11:00)

Eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 120 km/h verspricht die Fahrt mit der ersten Zipline Niederösterreichs bei den Annaberger Liften. Die NÖN testete die 1,4 Kilometer lange Seilrutsche, in die das Land 1,65 Millionen Euro investiert hat, rechtzeitig zur offiziellen Inbetriebnahme.

Ausführung: Optisch fügt sich die Anlage gut ins Landschaftsbild ein. Originell ist mit seinem riesigen Herz besonders das großteils in Holz ausgeführte Starthaus am Hennesteck.

Die Zipline-Fahrt: Nach dem Aufstieg mit dem Vierersesselift werden wir am Hennesteck auf 1.300 Metern Höhe mit einer tollen Panoramasicht ins Tal und auf die umliegende Bergwelt belohnt. Respekteinflößend hingegen der erste Blick auf die vier gespannten Drahtseile: Echt steil im ersten Abschnitt. Da sollen wir tatsächlich hinunter? „Rund 90 Sekunden dauert die Fahrt“, verrät uns Lifte-Chef Karl Weber. Wobei die Zipline Annaberg 380 Höhenmeter überwindet.

Knapp zehn Minuten später — nach fachkundiger Einschulung und Ankleidung durch das Personal — sitzen wir mit in der Luft baumelnden Füßen im „Sicherungsgeschirr“ im Starthaus. Dort, wo kurz zuvor auch bereits Annabergs Bürgermeisterin Petra Zeh eine Testfahrt unternommen hat. Wenn sich die Ortschefin traut, werden wir es wohl auch schaffen. Jetzt gibt es ohnehin kein Zurück mehr: „Ich wünsche Euch einen guten Flug“, erklärt der Zipline-Bedienstete im Starthaus. Ein paar Sekunden und Adrenalinstöße später löst sich die Sicherheitsbremse an der Rolle — und los geht es. Vor allem die ersten 30 Sekunden geht es rasant dahin, der Fahrtwind bläst uns ordentlich ins Gesicht. Auf halber Strecke wird es dann gemächlicher, ehe der langsame Zieleinlauf erfolgt.

Zwischen 76 und 93 Sekunden dauert der „Flug“ bei unseren drei Testfahrten konkret, ehe wir im Tal ankommen und wieder sicheren Boden unter den Füßen spüren. Der erste

Eindruck: Ein echt cooles Erlebnis, das mit Familie oder Freunden wiederholt werden muss.

Tipp: Die Zipline Annaberg funktioniert vollautomatisch. Falsch machen kann der Fahrgast also nicht viel. „Einfach genießen“, heißt das Motto. Wer es schneller haben will, macht sich während der Fahrt besonders klein. Wer es gemächlicher angehen möchte, bleibt eher aufrecht sitzen.

Personal: Dreizehn zusätzliche Mitarbeiter werden durch die neue Zipline inklusive Gastronomie im Sommer beschäftigt, bestätigt Karl Weber. Wobei besonders Freundlichkeit und Kompetenz des Personals während unserer Testfahrt zu erwähnen sind.

NÖN-Fazit: Die Zipline Annaberg bietet rasanten Fahrspaß und Nervenkitzel, ist aber nicht nur für Abenteuerlustige, sondern die ganze Familie (Fahrvoraussetzungen siehe Infos unten) empfehlenswert. Unterm Strich aus NÖN-Sicht durchaus realistisch, dass die 20.000 erwarteten Besucher im Sommerbetrieb 2020 erreicht werden können.