Reiselust der Österreicher ungebrochen. Die Vorzeichen für das Reisejahr 2019 sind überaus positiv. Laut Ruefa-Reisekompass planen 88 Prozent der Österreicher im neuen Jahr zu verreisen.

Von Thomas Vogelleitner. Erstellt am 10. Januar 2019 (18:28)
Marschik

Dabei erleben Pauschalreisen ein Revival, Urlaube werden immer früher gebucht und Kreuzfahrten sind zu einem fixen Bestandteil der Urlaubsplanung geworden. Nachhaltigkeit, Overtourism, Probleme im Flugverkehr und andere Reiseärgernisse beeinflussen das Reise- und Buchungsverhalten. Die Österreicher träumen von Reisen in die Ferne, das Gute liegt bei den schönsten Urlaubserinnerungen aber wie sehr oft so nah.

Die Urlaubslust der Österreicher ist ungebrochen: Das zeigen die Daten des Ruefa-Reisekompass 2019, der im Rahmen der Ferien-Messe Wien präsentiert wurde. Für die repräsentative Studie befragt Ruefa die Österreicher einmal jährlich nach ihren Reiseplänen und Urlaubsvorlieben. Durchgeführt wurde die Studie mit 1.500 Online-Interviews auch diesmal wieder von Marketagent.com.

88 Prozent der Österreicher planen im kommenden Jahr zumindest einmal zu verreisen. 80 Prozent verreisen bis zu dreimal im Jahr, jeder Fünfte sogar viermal oder öfter. Jeder Dritte plant 2019 öfter als im Vorjahr zu verreisen, vor allem aufgrund einer Veränderung der privaten Situation und weil mehr Zeit oder mehr Geld für Reisen zur Verfügung stehen. „Urlaub wird den Österreichern zunehmend wichtig – für 23 Prozent der Befragten hat er im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung gewonnen“, freut sich Helga Freund, Geschäftsführerin von Ruefa.

54 Prozent der Österreicher planen 2019 zwischen mehr als einer und bis zu drei Wochen zu verreisen, jeder Vierte sogar mehr als drei Wochen. Knapp Dreiviertel der Österreicher haben für ihren Urlaub im kommenden Jahr ein Budget von bis zu 1.500 Euro pro Person zur Verfügung. Mehr als die Hälfte der Österreicher plant ihren Haupturlaub in den Sommermonaten Juli und August. Dieser dauert zumeist ein bis zwei Wochen. Die Altersgruppe 60+ bevorzugt hingegen die Vor- und Nachsaison und verreist am liebsten im Juni und September. Auf die Wintersaison (November bis April) entfallen nur 11 Prozent der Haupturlaube.

Urlaubsdestinationen 2019, Fernreisen und Städte boomen

Auf einen Blick – die wesentlichsten Erkenntnisse des Ruefa-Reisekompass 2019:

81 Prozent der Österreicher wollen 2019 in Europa bzw. im näheren Ausland urlauben. Ganz oben auf der Wunschliste stehen Italien, Kroatien, Deutschland, Griechenland und Spanien.

73 Prozent planen (auch) einen Urlaub in Österreich, bevorzugt in einer Thermenregion, an einem See oder in den Bergen. Beliebtestes Bundesland ist mit Abstand die Steiermark, gefolgt von Salzburg und Kärnten.

Das Interesse an Fernreisen hat weiter zugenommen: 26 Prozent zieht es 2019 in die weite Welt. Das beliebteste Fernreiseziel ist mit Abstand die USA, gefolgt von Thailand, den Malediven, der Dominikanischen Republik und Australien.

Auch Städtereisen werden immer populärer: 57 Prozent planen 2019 eine europäische Stadt zu besuchen, 6 Prozent eine internationale Metropole. Die beliebtesten Ziele in Europa sind Amsterdam, London, Berlin, Barcelona und Hamburg. Bei den internationalen Metropolen führt New York vor Dubai, San Francisco, Bangkok, Miami und Tokio.

Der Preis ist das wichtigste Kriterium für die Wahl der Destination, gefolgt vom Klima bzw. Wetter am Urlaubsort. Ruhe, die Auszeit vom Job und Zeit mit Freunden und der Familie zu verbringen wird den Österreichern im Urlaub immer wichtiger.

Kreuzfahrten haben sich etabliert, Expeditions- und Segelschiffe im Trend

Knapp jeder fünfte Österreicher hat schon einmal eine Kreuzfahrt unternommen, 44 Prozent haben Interesse daran, einmal eine zu machen. „Dieses Ergebnis stimmt uns sehr positiv und wir erwarten uns im Kreuzfahrt-Segment nach den vergangenen beiden sehr erfolgreichen Jahren für 2019 wieder ein zweistelliges Umsatzplus bei Ruefa“, freut sich Walter Krahl, Geschäftsführer von Ruefa. Die wichtigsten Gründe für das große Interesse an Schiffsreisen sind der Besuch vieler Destinationen in kurzer Zeit, der Reiz einer Seereise sowie das All-Inclusive-Angebot an Bord vieler Schiffe. „Aufgrund dessen sind Kreuzfahrten vor allem für Familien eine beliebte Alternative zum Cluburlaub am Strand geworden“, erklärt Krahl.

Die ausschlaggebenden Kriterien für die Buchung einer konkreten Kreuzfahrt sind die Route und der Preis der Reise, aber auch angebotene Landgänge, Ausflugsmöglichkeiten sowie die Verpflegung an Bord haben Einfluss auf die Entscheidung. Das Mittelmeer ist dabei mit Abstand das beliebteste Kreuzfahrtrevier der Österreicher – mehr als die Hälfte aller österreichischen Kreuzfahrer hat hier schon eine Schiffsreise unternommen. In der Karibik war immerhin schon jeder Fünfte. 13 Prozent haben schon eine Flusskreuzfahrt gemacht. „Wir merken, dass das Interesse an Flusskreuzfahrten in den letzten Jahren deutlich zugelegt hat. 2018 entschieden sich schon 10 Prozent der Ruefa-Kreuzfahrtkunden für Schiffsreisen auf einem Fluss und wir verzeichneten in diesem Segment ein Umsatzplus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, so Krahl. Beliebt sind vor allem die klassischen Routen auf den schönsten Wasserstraßen Europas.

Obwohl viele Ozeanriesen immer größer werden, steigt auch die Nachfrage nach alternativen und exklusiven Kreuzfahrterlebnissen. Expeditionskreuzfahrten in abgelegenen Regionen der Welt wie Arktis, Antarktis oder am Amazonas werden immer beliebter, vor allem bei erfahrenen Kreuzfahrern. Wichtig ist bei diesen Reisen trotz des Expeditionscharakters ein hoher Level an Komfort.

„Eine weitere Sparte, die in Zukunft noch stark wachsen wird und die auch Kunden anspricht, die sich für eine klassische Kreuzfahrt nicht interessieren, sind Segelkreuzfahrten. Sie kombinieren den Abenteuercharakter eines Segeltörns mit dem Komfort eines Luxushotels und fahren Häfen abseits der Hauptrouten der großen Kreuzfahrtschiffe an“, so Krahl zu einem weiteren Kreuzfahrttrend.

Frühbuchen ist angesagt wie nie, Pauschalreisen erleben Revival

Frühbuchen hat sich schon in den letzten Jahren von einem Trend zu einem gefestigten Verhalten der Österreicher entwickelt. 47 Prozent buchen ihren Hautpurlaub 2019 mindestens 3 Monate vor Reiseantritt. Hauptgründe dafür sind die bessere Verfügbarkeit von Hotels und Flügen, die Kostenersparnis und die Chance, spezielle Frühbucher-Rabatte zu nutzen.

Reisen werden von zwei Drittel der Österreicher mittlerweile wieder bevorzugt als Gesamtpaket gebucht. Dieser Trend zurück zur zuletzt eher „unpopulären“ Pauschalreise steht vermutlich in engem Zusammenhang mit den Problemen im Flugverkehr der letzten Jahre, sowie mit dem neuen Pauschalreisegesetz, das Reisenden seit Juli 2018 eine noch bessere rechtliche Absicherung bei der Buchung von Reisepaketen bietet. „Das Image des Pauschalurlaubs hat sich im vergangenen Jahr grundlegend gewandelt und die Kunden nehmen die Vorteile dieser Reiseform nun deutlicher wahr.

Die Bündelung verschiedener Reiseleistungen bedeutet nicht, dass es sich um Massen- oder Stangenware handelt, die keine individuellen Wünsche zulässt“, erklärt Walter Krahl. „Das neue Pauschalreisegesetz mit seinen umfangreichen Anforderungen und komplexen Vorgaben im Verkauf hat uns heuer vor eine große Herausforderung gestellt, die Kunden wissen die Neuerungen aber sehr zu schätzen und setzen nun verstärkt auf die Sicherheit eines Pauschalangebots und auf unsere Beratung im Reisebüro“, so Krahl weiter.

Reiseärgernisse: Österreicher buchen immer bewusster

Dreiviertel der Österreicher hatten schon einmal mit Reiseärgernissen zu kämpfen. Zu den häufigsten Unannehmlichkeiten im Urlaub zählen Probleme mit der Unterkunft sowie Flugausfälle, -verspätungen oder Überbuchungen. „2018 war – und da ist sich die gesamte Reisebranche einig – ein äußerst schwieriges Jahr, aber wir sind guter Dinge, dass sich die strukturellen Probleme in den internationalen Flugplänen 2019 nicht mehr wiederholen werden“, ist Walter Krahl fürs kommende Reisejahr optimistisch. Das Chaos im Flugverkehr der letzten Jahre beeinflusst das Reise- und Buchungsverhalten von 44 Prozent der Österreicher. In Folge dessen vermeiden sie bestimmte Fluglinien, buchen wieder verstärkt im Reisebüro, um bei Problemen Hilfe zu erhalten und wählen Reiseziele, die ohne Flug erreichbar sind.

Neben der Unterstützung bei unvorhersehbaren Reisezwischenfällen, schätzen die Österreicher im Reisebüro die umfangreichen Informationen und das Expertenwissen der Mitarbeiter sowie die Bequemlichkeit der Buchung. „Wir investieren hohe sechsstellige Beträge in die laufende Schulung unserer rund 500 Mitarbeiter, um unsere Kunden bestmöglich zu betreuen. 2019 wird ganz im Zeichen der Fusion von Offline- und Online-Service stehen – wir werden unsere Beratungskompetenz über alle uns zur Verfügung stehenden Kanäle genau dorthin bringen, wo uns die Kunden erwarten,“ führt Helga Freund aus.

Der steigende Sicherheitsgedanke der Österreicher spiegelt sich auch im Bereich der Reiseversicherungen wider. Insgesamt sind 77 Prozent der Österreicher auf Auslandsurlauben durch eine Versicherung geschützt, 31 Prozent davon schließen diese direkt bei der Reisebuchung ab.

 

Nachhaltigkeit und Megathema Overtourism beeinflussen zunehmend das Reiseverhalten

 

58 Prozent der Österreicher halten Nachhaltigkeit im Urlaub für wichtig, vor allem den respektvollen Umgang mit der lokalen Bevölkerung, den Schutz der Flora und Fauna am Urlaubsort und die Förderung der regionalen Wirtschaft. Auf die umweltfreundliche Anreise wird hingegen nur bedingt Wert gelegt. 67 Prozent der Österreicher wünschen sich mehr nachhaltige Reiseangebote und immerhin 54 Prozent wären bereit dafür auch mehr Geld zu bezahlen.

Zwei Drittel der Österreicher vermeiden bei ihrer Urlaubsplanung bewusst bestimmte Destinationen bzw. verzichten auf den Besuch touristischer Attraktionen, weil sie ihrer Meinung nach zu überlaufen sind. 29 Prozent der Österreicher haben selbst schon einmal Overtourism erlebt. Dabei werden vor allem überfüllte Plätze und Strände, der Eindruck, nur noch andere Touristen und keine Einheimischen mehr zu treffen, lange Wartezeiten bei Sehenswürdigkeiten und der Verlust des lokalen Flairs wahrgenommen. Vor allem Vielreisende haben Erfahrung mit diesem touristischen Phänomen, das vor allem den Städtetourismus betrifft.

„In Europa gibt es so viele wunderschöne Städteziele. Es müssen nicht immer die bekannten Urlaubsmetropolen sein, oft sind kleinere Städte abseits der Touristenpfade genauso interessant. Wer Amsterdam, Venedig oder Barcelona trotzdem besuchen möchte, der sollte seine Reisen am besten in der Nebensaison und wenn möglich unter der Woche planen. Es lohnt sich, nicht nur die beliebtesten Sehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern auch weniger bekannte Stadtteile zu besuchen, denn dort kann man auf jeden Fall noch in das lokale Alltagsleben eintauchen“, empfiehlt Helga Freund.

Österreicher träumen von der Ferne, die schönsten Urlaubserinnerungen liegen aber nahe

Ohne finanzielle und zeitliche Einschränkungen würden fast alle Österreicher gerne die große weite Welt bereisen. Die Liste von Traumzielen wird dabei von Fernreise-Klassikern wie den Malediven, den USA, Australien und Neuseeland angeführt, gefolgt vom Wunsch nach einer Weltreise. Auch Kanada, Hawaii, die Karibik und die Seychellen sind Sehnsuchtsziele der Österreicher. „Dass es so viele – zumindest in den Tagträumen – in die Ferne zieht, ist für uns in der Produktentwicklung ein großer Ansporn. Wir fühlen uns für die fünf schönsten Wochen im Jahr unserer Kunden verantwortlich und wollen sie deshalb auch mit neuen Destinationen und Angeboten überraschen“, so Helga Freund.

Für wundervolle Reisemomente muss man aber nicht immer und unbedingt ans andere Ende der Welt. Die Frage nach der schönsten Urlaubserinnerung lieferte herzerwärmende Resultate: Am häufigsten genannt wurden nämlich gemeinsame Erlebnisse mit der Familie und Freunden und – nicht überraschend für ein Binnenland wie Österreich – ganz einfach der Aufenthalt am Meer. Die Urlaubsdestinationen, mit denen die schönsten Erinnerungen verbunden sind, sind die Alltime-Favoriten Griechenland, Österreich und Italien.