Sag niemals Kunstschnee!. Zum dritten Mal kürte Skiresort.com die Skiregion Obereggen- Latemar zum weltweiten Testsieger in der Kategorie bis 60 Kilometer Pisten.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 22. Januar 2020 (02:56)

Knappe fünfeinhalb Autostunden fährt man von St. Pölten in das Skigebiet Obereggen-Latemar in den Südtiroler Dolomiten, mitten im UNESCO Welterbe. Für einen Tagesausflug zu weit. Zum Genuss-skifahren für mehrere Tage genau das Richtige. Idealerweise unter der Woche, denn am Wochenende kommen viele Wintersportler aus dem nahe gelegenen Bozen und sorgen auf den 49 Skipistenkilometern schon mal dafür, dass es enger werden kann.

Doch selbst dann sind die Schlangen bei den 18 modernen Liftanlagen, die über 36.000 Personen pro Stunde auf 2.500 Meter Höhe befördern, nicht lang. Nicht umsonst kürten die Tester von Skiresort.com, dem größten Testportal für Skigebiete, Obereggen-Latemar aufgrund der Aufstiegsanlagen, der Schneesicherheit und der Pistenbeschaffenheit 2019 zum bereits dritten Mal zum weltweiten Testsieger in der Kategorie bis 60 Pistenkilometer. Und das genau zum 50-jährigen Bestandsjubiläum.

„Er weiß genau, wann der ideale Zeitpunkt ist, um den perfekten Schnee zu machen!“ Thomas Ondertoller von der Obereggen AG über „Schneemeister“ Sepp Gummerer

Elf Burschen aus dem Eggental (20 bis 25 Jahren) gründeten 1970 die Aktiengesellschaft Obereggen. Fünf Jahre später verbindet sich Obereggen mit Pampeago und Predazzo – die Geburtsstunde des Ski Centers Latemar. Seit damals ist Obereggen ein Vorreiter in allen Belangen – egal ob Beschneiungs- und Liftanlagen, Hüttengenuss oder Nachhaltigkeit. Garantierte Schneesicherheit von Ende November bis Mitte April inklusive (Saisonende 2020: 19. April).

Lediglich 70 Stunden benötigen die 200 Beschneiungsanlagen, um sämtliche Pisten des Skigebietes mit perfektem „Kompaktschnee“ – sag in Südtirol niemals „Kunstschnee“! – zu versorgen. Auch dafür sind „Einheimische“ verantwortlich. Zwei Mitarbeiter des Skigebiets Obereggen, Walter Rieder und Georg Eisath, tüftelten schon in den 1980er-Jahren, wie man bei den Wintertemperaturen der südlichen Dolomiten den perfekten Schnee machen kann. Mittlerweile gehört die daraus entstandene und heute in Bozen ansässige Firma TechoAlpin mit 600 Mitarbeitern zu den größten Playern unter den Pistenmachern.

Hinzu kommt der mehrfach ausgezeichnete „Schneemeister des Jahres“ Josef „Sepp“ Gummerer. „Seit 1982 ist er bei uns tätig. Seine Erfahrung, sein Wissen und sein Gspür sind unbezahlbar“, weiß Thomas Ondertoller, Marketingverantwortlicher der Obereggen AG, über den pressescheuen 60-Jährigen. Der Kompaktschnee ist vor allem eins: natürlich. Er besteht nur aus gefrorenen Wasserpartikeln und Luft. „In Düsen wird das Wasser mit Druckluft vermischt und bildet Keimkristalle. Mittels Ventilator fliegen diese möglichst weit über die Piste und wachsen dabei“, erklärt Ondertoller.

"Im gesamten Skigebiet wird kein Liter Heizöl verwendet"

Denn auch Klimabewusstsein und Nachhaltigkeit sind ein Markenzeichen der Skiregion. Das Wasser kommt von den fünf hoch gelegenen Wasserspeichern. Die Reservoirs füllen sich durch Niederschläge und Schmelzwasser. Nichts wird hochgepumpt. Beheizt werden sämtliche Hotels in Obereggen vom Hackschnitzel-Fernwärme-Heizwerk. Auch bei den Hütten und beim Strom für Seilbahnen und Beschneiungsanlagen setzt man auf erneuerbare Energie. „Im gesamten Skigebiet wird kein Liter Heizöl verwendet“, schwört Ondertoller.

Apropos Hütten: Auch da hat Obereggen-Latemar die Nase vorn. Die zwölf Hütten im Skigebiet bieten den Gästen re-
gionale Produkte, gute Küche, bestes Service und das zu sehr moderaten Preisen. Skigenuss auf höchster Ebene. Ein Ausspruch, der für die Skiregion Obereggen-Latemar voll zu-trifft!