Der Weg zum Wein in Langenlois. Sehen, fühlen, schmecken, riechen – und schließlich den Wein und den Weinbau verstehen: Die Beschreibung des Weinweges in Langenlois klingt verlockend und animiert dazu, sich die Wanderschuhe zu schnüren.

Von Christiane Buchecker und NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 07. Mai 2021 (13:27)
Der Weinweg Langenlois: eine Entdeckungsreise durch den spannenden „Arbeitsplatz Weingarten“.
Robert Herbst/www.pov.at

Start des Weges mit rund sechs Kilometern Länge ist beim Weintor unweit des Loisum Hotels. Julia Grillmaier geht mit. Sie ist Bio-Winzerin in Langenlois und eine der Weinweg-Führer der Stadt. Zwar ist es durchaus möglich, den bestens beschilderten Rundweg ohne Begleitung zu gehen. Doch mit einer Winzerin in ihrem „Revier“ Weingarten über Grünen Veltliner, Riesling und Co. zu plaudern, ist einfach schön und spannend zugleich.

Rieden mit klingenden Namen wie Dechant, Käferberg, Steinhaus und Schenkenbichl rechts und links des Weges – Schritt für Schritt taucht man in den Arbeitsplatz der Winzer der größten Weinstadt Österreichs ein. Welche Rebsorten sind Alleskönner, welche sind zickig oder sensibel? Wie wichtig sind die Laub- und Bodenarbeiten und der Pflanzenschutz? Und warum sind die Langenloiser Weinhauer keine Fans von „Liebesg’schichten und Heiratssachen“ von Herrn und Frau Traubenwickler? Duftende Verwirrer, flächendeckend in den Weingärten platziert, sorgen nämlich dafür, dass das Faltermännchen nicht zum Falterweibchen findet und auf diese Weise deren Fortpflanzung gestoppt wird.

Keine Raupen, keine faulen Trauben – so kann man kurz und wenig romantisch den Text auf der Infotafel zusammenfassen.

Rebschere, Regenwurm und Rüttelpult

Groß, größer, Rebschere. Meterhoch steht sie im Weingarten von Fred Loimer, unterstreicht derart die Wichtigkeit des Rebschnittes im Jahreskreislauf. Ebenso mächtig und nicht minder wichtig der Regenwurm, unverzichtbarer Helfer bei der Bearbeitung des Bodens. Was ist der Unterschied zwischen Wein und Sekt, außer dem Prickeln am Gaumen? Beim Riesensektrüttelpult gibt es die dazugehörigen Hintergrundinformationen.

Dem Einblick in die Weinwelt folgen sagenhafte Ausblicke: Beim Kufstein-Platzl auf dem alten Traktorsitz Platz nehmen und durch das Riedenporträt Richtung Zöbinger Heiligenstein schauen. Oder durch eines der Weinflaschenfernrohre die Rebstöcke am Fahnberg in Reith ins Visier nehmen.

Nach zwei Stunden könnte man am Ende des Weinweges sein. Könnte! Wenn da nicht die vielen Bankerln und Liegen zum Rasten, die Seelenschaukel, um selbige baumeln zu lassen, und die drei Weingartenhütten mit gekühltem Wein in den „Weinsafes“ wären. Den Schlüssel zum Öffnen der Kühlboxen erhält man übrigens – sobald es die Covid-19-Bestimmungen wieder zulassen – im Ursin Haus und in der Loisium Weinwelt um 25 Euro.

Sobald die Gastronomie wieder öffnen darf, wird auch wieder an der „Weingartenschank“ ausgeschenkt – an den Wochenenden, abwechselnd von unterschiedlichen Weingütern. Weinwanderer können dann das eine oder andere Glas Wein oder Sekt direkt im Weingarten, mit Blick über Langenlois, genießen. Bis Ende Oktober an allen Freitagen und Samstagen (dann sind die Safes geschlossen) von 11 bis 18 Uhr, beim Riedenporträt (Kufstein-Platzl) und/oder beim Riesensektrüttelpult.

Weitere Informationen:
www.langenlois.at/weinweg

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