Wenn Handy, Tablet und PC für "smarte" Leiden sorgen. Den ganzen Tag über beschäftigen sich Menschen mit Handy, Tablet und Computer. Eine verkrampfte, einseitige Haltung, zu wenig Pausen und vieles mehr können zu Mausarm & Co. führen.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 07. August 2019 (10:36)
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Manchmal braucht der Mensch Pausen von den smarten Geräten, um Schmerzen und Beschwerden zu vermeiden.

Morgens beim Kaffee am Handy Wetterbericht checken, auf dem Weg in die Arbeit nachlesen, was die Freunde gerade so machen, und sich mit den Nachrichten auf den aktuellen Stand bringen … schön früh morgens begleiten Smartphone und Tablet den Menschen in den Tag. Bei vielen folgt stundenlange Computerarbeit, bevor abends weiter gesurft, weiter geshoppt und weiter gelesen wird.

Die smarte Rund-um-die-Uhr-Nutzung kann dem Körper aber auch zu viel werden. Zum Beispiel können die Bandscheiben – wenn man lange Zeit nicht auf seine Körperhaltung achtet – immer mehr unter Druck geraten. „Im schlimmsten Fall kann es zum Bandscheibenvorfall kommen“, so Markus Lombardini, Experte für Ergonomie bei der AUVA.

„Zwangshaltungen“ können zu Verspannungen, zu Schmerzen in Nacken und Schultern führen. Kopfschmerzen können auftreten, ein Taubheitsgefühl in den Armen oder auch Augenflimmern.

Weniger verspannt

Was man im Kampf gegen muskuläre Verspannungen tun kann?

Hilfreich – und das nicht nur in der Arbeit – können dabei Regelungen für Bildschirmarbeitsplätze sein. Wie ein der Bildschirmarbeitsverordnung (BS-V) entsprechend ausgestatteter Bildschirmarbeitsplatz. Dabei sind etwa Tisch, Sessel und Bildschirm von der Höhe an die jeweilige Person angepasst.

„Regelmäßig vom Arbeitsplatz aufstehen und sich strecken und bewegen“, empfiehlt die AUVA-Expertin für Ergonomie Anne Mück. So kann man beispielsweise zu Kollegen gehen anstatt sie anzurufen usw.

Eine Übung zur Vorbeugung von Verspannungen der Schulter-Nacken-Muskulatur bietet etwa das AUVA-Merkblatt „Bildschirmarbeitsplätze“: Sitzen Sie mit aufrechtem Oberkörper und lassen Sie die Arme locker herabhängen. Ziehen Sie nun mehrmals die Schultern zu den Ohren hoch und lassen Sie sie wieder fallen.

Wichtig sind auch Pausen. Egal, ob man gerade in einen Computer, ein Smartphone, ein Tablet oder einen Fernseher starrt. Alle 50 Minuten für zehn Minuten eine Bildschirmpause und einen Tätigkeitswechsel einlegen, lautet dabei die Devise. Also, weg vom Bildschirm und vorübergehend etwas anderes machen. Kopieren, an Besprechungen teilnehmen, Ordner sortieren usw. Meist gibt es viel zu tun.

Doch nicht nur die Körperhaltung kann Probleme verursachen. Auch die Bewegungen an den smarten Geräten können es. „Monotone Bewegungsabläufe, die längere Zeit wiederholt werden, können die Funktion der Muskeln, Sehnen und Bänder überlasten und ein komplexes Krankheitsbild auslösen: das Repetitive Strain
Injury-Syndrom, verrät das Gesundheitsportal www.gesundheit.gv.at. Gemeint sind damit Beschwerden und Erkrankungen in Muskeln, Nerven und Sehnen, die durch wiederholte Bewegungen und Überbeanspruchung verursacht werden. Wie Maus-Arm, SMS-Daumen & Co.

Wer dem vorbeugen möchte, der nutzt seine Umgebung. Zum Beispiel: „Auf die richtige Abstützung von Ellenbogen und Handgelenk achten“, rät Gilbert Engin-Deniz, Arzt für Allgemein- und Arbeitsmedizin. So kann man die Handballenauflage für Tastatur und Mousepad verwenden wie auch die Armlehne.

So kann man etwa die Mauszeigergeschwindigkeit so einstellen, dass der gesamte Bildschirmbereich mit einer Handgelenksbewegung erfasst werden kann.

Blinzeln & in die Ferne blicken

Langes Arbeiten am Bildschirm kann darüber hinaus auch die Augen reizen. Besonders, wenn zum Beispiel der Bildschirm zu hoch und oder aber auch zu weit entfernt positioniert ist sowie bei Kontaktlinsen, Zugluft (etwa bei Ventilatoren oder einer Klimaanlage), trockener Luft und zu wenig Abwechslung der Sehdistanz. Daher, so rät die AUVA:

  • Regelmäßig in die Ferne blicken (Fokuswechsel), um die Augen zu entspannen.
  • Die Bildschirmhöhe passend einstellen (unter Augenhöhe)!
  • Zugluft vermeiden.
  • Schriftgröße und Bildschirmabstand anpassen.
  • Auf gute Lesbarkeit der Bildschirmdarstellung (Text, Bild, Farben, Kontraste) achten.
  • Aktiv Blinzeln. Denn das unterstützt die Verteilung der Tränenflüssigkeit.

Smart statt bewegt

Wer sich zu viel mit smarten Geräten beschäftigt, bewegt sich möglicherweise auch zu wenig. Und das erhöht das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen und Diabetes-2. Was dagegen hilft? „Regelmäßige Bewegung“, so Engin-Deniz. Bewegung kann man in den Alltag einbauen (Stiegen steigen, in die Arbeit gehen), aber auch mehr in die Freizeit.