Eine Portion Glück, bitte!. Garteln, kochen oder dankbar sein – es führen viele Wege zum Glücklichsein.

Von Christine Haiderer. Erstellt am 16. November 2018 (03:22)
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„Essen macht glücklich.“ Und das vom Boden bis zur fertigen Salatschüssel, glaubt Gemüse- und Kräuterkennerin Elisabeth Plitzka.

Vom Boden? Weil die ersten Glücksgefühle schon auftauchen, wenn man das Saatbeet bereitet, düngt und den Salat beim Wachsen beobachtet. „Beim Gärtnern werden Glückshormone ausgeschüttet.“ Dazu, sagt die Gartentherapeutin, gibt es viele medizinische und wissenschaftliche Belege. Gärtnern sei ein unmittelbares Erlebnis, vom Tun direkt zum Ergebnis. Voller Kreativität, Freiheit, Spontanität. „Der Puls beruhigt sich. Die Atmung wird tiefer. Man kommt in einen Flow.“

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„Wichtig für das Glücksgefühl ist auch das Kochen.“ Und so hat die Gartenexpertin aus Schönberg gemeinsam mit Arche-Noah-Koch Benjamin Schwaighofer aus der Wachau Rezepte kreiert und sie in ein Kochbuch gepackt. Über Glückssalate, die satt machen. Erschienen im Pichler Verlag.

Das Gute daran: „Glückssalate kochen kann jeder“, freut sich Plitzka. Denn: Dazu braucht man kein Haubenkoch zu sein. Selbst eine Mahlzeit zuzubereiten. Auch das sei ein Stück des Glücks.

Und dann ist da natürlich auch noch der Genuss. Die Salate mit ihren Zutaten, die duften, riechen und schmecken, die stärken und nähren. Wie etwa Kohlsprossen-Speck-Salat oder Quinoa-Trilogie.

Umgehen mit dem, was passiert

Nicht immer aber sind das Gärtnern oder der Genuss die Glücklichmacher. Denn: „Glück ist für jeden verschieden“, betonte etwa Dietmar Stockinger, Obmann der Arge NÖ Heime, beim Arge-Symposium rund um Glück in St. Pölten. Für manche ist es ein Beruf, der Freude bereitet. „Für mich ist Glück, in meiner Mitte zu sein“, ergänzte Landesrätin Christiane Teschl.

Doch: „Das Leben besteht nicht nur aus Glück“, gab Otto Huber, Leiter von Gesundheit und Soziales beim Land NÖ, zu bedenken. Jeder erlebe auch Schicksalsschläge. „Es geht nicht primär darum, was uns passiert, sondern wie wir damit umgehen“, glaubt die Philosophin Ariadne von Schirach aus Bayern. „Glück ist die Kunst, das Leben zu ertragen, zu gestalten und zu genießen.“

Das Schöne und Lebenswerte

Wie man ihrer Meinung nach das Glück erhöhen kann? Zum Beispiel: „Das Gute im Schlechten zu sehen. Sich für die Schönheit des Lebens öffnen, auch wenn das eigene Leben gerade nicht so schön ist“, so von Schirach.

Und: Dankbarkeit ist wichtig. „Den Blick auf das Lebenswerte, das Gute zu richten.“ Das lässt sich bewusst trainieren. Vielleicht mit einem Dankbarkeitstagebuch. Und Sätzen wie „Ich bin dankbar“, „Die Sonne scheint“ oder „Das Essen schmeckt“.

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Sich zu überlegen, was in den vergangenen 24 Stunden schön war, das kann man, riet Psychologin Melanie Hausler, etwa auch abends beim Zähneputzen.
Und außerdem? Bewegung, weniger Stress! Und: „Den Fokus auf positive Aktivitäten setzen.“

Warum? Weil positive Gefühle führen Hausler zufolge zu mehr Selbstwert, Erfolg und einer positiven Ausstrahlung. Und: „Glückliche Personen sind deutlich gesünder und leben deutlich länger.“ Wie eine Meta-Studie zeigte.