Hitze-Tipps vom Roten Kreuz und von der Ärztekammer. Angeblich "echte Männer" bezeichnen manchmal nicht ganz so "hart" auftretende Geschlechtsgenossen als "Warmduscher". Bei Hitze empfiehlt sich aber genau das, wie das Rote Kreuz bei anlaufender Hitzewelle am Montag mitteilte - wegen des besseren Abtransports der Wärme. Die Ärztekammer warnt: Die Arzneimittelwirkung kann den Körper im Sommer zusätzlich belasten!

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 30. Juli 2018 (11:29)
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Laut Wetterprognosen werden Österreich ab Anfang August die sogenannten Hundstage bevorstehen. Starke Hitze ist für viele Menschen eine Belastung. Zusätzlich können Medikamente in der Sommerhitze die zentrale Temperaturregulation und die Lichtempfindlichkeit des Körpers beeinträchtigen.

Chronisch Kranke und Ältere betroffen

„Vor allem ältere Menschen müssen oft viele verschiedene Medikamente einnehmen, die gerade während Hitzeperioden durchaus zu gefährlichen Nebenwirkungen führen können,“ sagt Karlheinz Kornhäusl, stellvertretender Obmann der Bundeskurie angestellter Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). „Die Gefahr einer Entwässerung durch verringerte Wahrnehmung des Durstgefühls kann beispielsweise den Elektrolythaushalt massiv beeinträchtigen,“ warnt der Ärztevertreter. Die Österreichische Ärztekammer empfiehlt besonders chronisch Kranken und älteren Patienten zu Beginn der Sommerperiode, die Medikamentendosis vom Arzt Ihres Vertrauens entsprechend überprüfen zu lassen. „Oft gilt es, die niedrigste effektive Dosis für die kürzest mögliche Zeit anzuwenden,“ empfiehlt Kornhäusl.

Beim Wassertrinken gibt es individuelle Grenzen

Zur Vorsicht rät die ÖÄK, bei der generellen Empfehlung während Hitzetagen viel Wasser zu trinken. „Es gibt Grenzen, die individuell verschieden sind, und auch Parameter wie Körpergröße, Stoffwechselgeschwindigkeit, Nierenfunktion und vieles mehr, spielen dabei eine Rolle“, sagt der stellvertretende Kurienobmann.

Patienten mit Herzinsuffizienz rät Kornhäusl davon ab, dem Körper Unmengen an Wasser zuzuführen. „Gerade bei Herzinsuffizienz-Patienten hat die Trinkmenge einen wesentlichen Einfluss auf die Beschwerden und den Verlauf der Erkrankung. Das Herz wird zusätzlich belastet und die Bildung von Wasseransammlungen, sogenannten Ödemen begünstigt,“ warnt Kornhäusl. Bei großer Hitze empfiehlt die ÖÄK, dass sich Herzpatienten zusätzlich von ihrem Arzt beraten lassen.

Zwei bis drei Liter Flüssigkeit

Für Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber sind über den Tag verteilt zwei bis drei Liter kühles Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte ideal für den notwendigen Flüssigkeitsersatz. Alkohol und Koffein belasteten hingegen den Kreislauf noch zusätzlich. Und dann der Tipp zum Warmduschen: Lauwarmes Wasser öffnet die Poren und der Körper gibt die Wärme besser ab. Kalte Duschen bringen nur noch mehr ins Schwitzen, weil sich die Blutgefäße zusammenziehen und die Wärme schlechter entweichen kann.

Verdunstendes Wasser kühlt. Man kann also Gesicht, Arme, Unterschenkel und Füße mit einer Sprühflasche besprühen. Vor allem für ältere Menschen ist das eine gute Abkühlung - sie schwitzen weniger als Jüngere, wodurch ihre Körpertemperatur nicht ausreichend reguliert wird. Erfrischung bringen auch kalte Umschläge und Fußbäder. Zu Hause sollte man über den Tag hinweg Vorhänge, Jalousien und Fensterläden schließen. Das Lüften ist in der Nacht, am Morgen und am Abend angesagt.

Knappheit an Blutkonserven

Sonnenstich oder Hitzschlag kündigen sich vor allem mit Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schlappheit, ein trockenen Mund oder Krämpfen in Armen oder Beinen an. Eine kühle Umgebung, Wasser trinken im Sitzen und Abkühlen mit feuchten Tüchern auf Stirn und Oberkörper helfen. Wenn nach kurzer Zeit keine Besserung eintritt, sollte man die Rettung rufen. Wenn die Sonne auf das geparkte Fahrzeug knallt, können die Temperaturen innerhalb weniger Minuten auf gefährliche 70 Grad steigen. Das ist binnen kürzester Zeit lebensgefährlich, wie Tragödien mit Kindern oder Tieren immer wieder zeigen.

Zur Urlaubszeit gibt es regelmäßig Knappheit an Blutkonserven. In Österreich werden aber pro Tag rund 1.000 Blutkonserven in Österreichs Spitälern benötigt. Der Bedarf an Blut kennt keine Sommerpause. Wer sich fit fühlt, sollte auch in der heißen Jahreszeit ans Blutspenden denken (Infos zum Blutspenden gibt es auf www.blut.at oder unter 0800 190 190).