Wie viele Lebewesen leben in einem Kubikmeter Erde?. Die Antwort auf diese Frage liefert Walter W. Wenzel, Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Bodenforschung, tätig am Universitäts- und Forschungszentrum Tulln (UFT).

Erstellt am 30. April 2019 (01:49)
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In einem Kubikmeter Boden leben typischerweise Bodenorganismen in der Größenordnung von mehreren Billionen (also 1000 Milliarden) Individuen, unter optimalen Bedingungen aber auch ein Tausendfaches davon.

Wichtig ist jedoch nicht nur die Zahl und Biomasse der Organismen insgesamt, sondern auch wie sie sich auf unterschiedliche Organismengruppen und Arten verteilen. Letzteres bestimmt die für das Funktionieren von Landökosystemen und deren Böden so wichtige Biodiversität.

Dabei gibt es sowohl bei der Individuenzahl als auch bei der Biodiversität große Unterschiede zwischen Böden, u.a. abhängig von der Klimaregion, der Vegetation, den Bodeneigenschaften, der Jahreszeit und der Bodenbewirtschaftung. Ein entscheidender Faktor für das Vorkommen bestimmter Bodenorganismen ist das Porensystem des Bodens, das den Bodenlebewesen den eigentlichen Lebensraum bietet und daher bestimmt, wer "Platz" hat.

Wichtige Organismengruppen in Böden umfassen neben mikroskopisch kleinen Bakterien, Pilzen und Algen auch zahlreiche Tiergruppen wie z.B. Milben, Fadenwürmer (Nematoden) und die allseits bekannten Regenwürmer.

Alle zusammen sorgen für den Abbau von organischen Pflanzenresten und die damit verbundene Speicherung von Bodenhumus, und sind darüber hinaus für das Funktionieren von Nährstoffkreisläufen (z.B. Stickstoff und Phosphor) und vieler anderer wichtiger Prozesse im Boden verantwortlich. Der Schutz von Böden und der darin enthaltenen Lebewesen sollte daher sehr ernst genommen werden, um unsere Lebensgrundlage auch für künftige Generationen zu erhalten.