Wie ihr euch vor Einbrechern schützt. Gekippte Fenster, offene Terrassentüren und auch gut gemeinte Hilfsbereitschaft werden von Kriminellen genutzt, um Häuser, Wohnungen und Firmen ohne viel Aufwand leer zu räumen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 06. Juni 2019 (03:56)
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Die Terrassentüre ist eine der häufigsten Schwachstellen bei Wohnhauseinbrüchen.

Einbrecher machen es sich leicht. Schließlich wollen sie bei ihrem verbotenen Treiben nicht bemerkt werden und rasch wieder das Weite suchen. Viele Vorfälle könnten vermieden werden, würden Haus- und Wohnungsbesitzer nicht so sorglos agieren.

„Wir warnen seit Jahren, doch leider sind es immer wieder dieselben Bereiche, wo Einbrecher oder Einschleichdiebe sich Zutritt verschaffen“, weiß Kriminalbeamter Andreas Bandion.

"Zahl der Tageseinbrüche nimmt zu"

Gekippte oder sogar offene Fenster, Kellerfenster oder Terrassentüren sind eine regelrechte „Einladung“ an Kriminelle. Dass Einbrecher in der Nacht kommen, ist selten. „Die Zahl der Tageseinbrüche nimmt zu, weil da die meisten Menschen in der Arbeit sind“, weiß Bandion.

In Wohnhausanlagen kennt oft ein Nachbar den anderen und auch dessen Bekannte nicht, sodass oft gar nicht auffällt, wenn sich Unbefugte, mitunter über Anläuten an irgendwelchen Wohnungen, durch die Gegensprechanlage vom Haupteingang Zutritt in die Wohnhausanlage verschaffen. Nicht einfach unverblümt jedem aufmachen, sollte hier die Devise sein.

Ist der Kriminelle erst einmal in der Wohnhausanlage, sucht er sich eine unbewohnt aussehende Wohnung und kann dann das Zylinderschloss abdrehen. „Hochwertige Sicherheitstüren und ebenso gute Schlösser sollten selbstverständlich sein“ rät Bandion, denn: „Das beste Schloss macht aber keinen Sinn, wenn eine Türe mit einem leichten Tritt zu öffnen ist.“

Leichtes Spiel in Sommermonaten

Gerade in den Sommermonaten haben Einbrecher leichtes Spiel. „Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher wie ein offenes Fenster“, warnt er, auch, „dass dann mitunter die Versicherung aussteigt, da es sich hierbei dann nicht mehr um einen Einbruch, sondern einen Einschleichdiebstahl handelt. Gleiches gilt für unversperrte Wohnungs-, Keller- oder Terrassentüren. „Klar möchte man im Sommer lüften, aber dann sollte man sich nicht einfach hinten in den Garten bewegen, während vorne die Eingangstüre offensteht“, rät er.

Gerade Einschleichdiebe nutzen die Gunst der richtigen Sekunde und verschaffen sich Zutritt ins Gebäude, wenn gerade ein Bereich unbeaufsichtigt ist. Gerne werden Ablenkungsstrategien wie das Bitten um Spenden oder um ein Glas Wasser oder einen Zettel genutzt.

Manchmal versuchen Trickdiebe, durch Verkaufen von diversen Waren den Bewohner abzulenken, während sich unbemerkt ein zweiter Täter ins Haus schleicht und in Sekundenschnelle die Zimmer nach Wertgegenständen durchsucht. „Daher sollte man den Türspion nutzen und falls man öffnet, den Sperrbügel verwenden, um abzuwägen, wer denn da draußen steht“, empfiehlt er.