Das Zuhause als Rückzugsort. Die Ansprüche an das Wohnen haben sich gerade heute verändert: Die Einrichtung wird kritisch geprüft, flexible Raumlösungen und ein Trend zur Natürlichkeit sind gefragt.

Von NÖN Sonderjournal-Redaktion. Erstellt am 28. November 2020 (04:11)
Peter Schwarzott

Als plötzlich das gesamte gesellschaftliche Leben stillstand, verbrachten alle mehr Zeit in den eigenen Wohnräumen. „Flexible Raumlösungen mussten geschaffen werden, um Homeoffice, Homeschooling, Spielzonen und Rückzugsbereiche unter ein Dach zu bekommen. Das Zuhause entwickelte sich zum absoluten Mittelpunkt des Lebens – auf wenigen Quadratmetern und komprimiert“, bringt es Elisabeth Schwarzott vom Einrichtungshaus Schwarzott in Baden auf den Punkt.

Wenn man lange in den eigenen vier Wänden ist, wird die Einrichtung genauer unter die Lupe genommen und kritischer beäugt. Das war nicht nur in den Wochen des Lockdowns so, sondern hält noch immer an. Der Urlaub wurde oft daheim verbracht, viele arbeiten noch immer von ihrem Zuhause aus. Um das Zusammenleben auf kleinster Fläche so angenehm wie möglich zu machen, müssen eigene intelligente Arbeitszonen geschaffen werden. Funktionale Schreibtische fügen sich perfekt ins private Wohnbild ein. Schränke bieten Schreibtischlösungen, die nach getaner Arbeit unsichtbar werden.

Sehr gefragt: die Küche und das Homeoffice

Viele fanden Gefallen am Kochen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass neben dem Homeoffice auch die Küche einen neuen Stellenwert erhalten hat: „Durch intelligente und kreative Planung können wir auch in kleinen Räumen funktionelle Küchen schaffen und mit der neuesten Technik ausstatten“, verspricht Elisabeth Schwarzott. Eine neue Küche hat noch einen anderen positiven Nebeneffekt: „Es ist bewiesen, dass bei der Anschaffung einer neuen Küche rund 70 Prozent der Kochutensilien gleich mit der alten Küche entsorgt werden“, so Schwarzott.

„Flexible Raumlösungen sind jetzt gefragt“: Elisabeth Schwarzott,Innenarchitektin und Verkaufsleiterin im Einrichtungshaus Schwarzott in Baden.
Tanja Schalling

Die Wochen des auferlegten Rückzugs haben Werte wie Familie, Zusammengehörigkeit und Nachhaltigkeit gestärkt. Sicherheit und Wohlfühlen sind gefragter denn je. Möbel sollen nachhaltig, funktionell und gemütlich sein. „Gerade in Umbruchzeiten ist eine Sehnsucht nach echten unverfälschten Materialien zu beobachten. Die Natur entschleunigt und beruhigt. Dies spiegelt sich auch in unseren Einrichtungskonzepten wider“, weiß Elisabeth Schwarzott. Handwerk, authentische Materialien, kuschelige Stoffe und gemütliches Licht schaffen Wohlfühlatmosphäre und lassen uns zur Ruhe kommen.

Schon mit kleinstem Aufwand kann man seine Wohlfühloase umgestalten: „Durch den Einsatz von Kuschelkissen, warmen gemütlichen Wandfarben und fröhlichen Vorhängen oder Dekorstoffen bekommt ein Raum eine vollkommen neue positive Atmosphäre. Natürlich darf der passend farblich abgestimmte Teppich nicht fehlen“, so Schwarzott.

Warme Erdtöne, kombiniert mit Blautönen, sind die Trendsetter. Die Farbe Taupe war schon in den vergangenen Jahren in. Auch sonniges Gelb wird als Akzentfarbe gerne eingesetzt. Bei den Hölzern dominieren verschiedenste Eichentöne ebenso wie der Nussbaum. Glatte, klinische Oberflächen weichen matten. Geradlinige, eher kantige Formen werden mit Rundungen entschärft und ergänzt.

Naturmaterialien und Holz von Eiche bis Nuss

In Baden werden von Schwarzott exklusive Möbel in der eigenen Produktionsstätte gebaut. 
Peter Schwarzott

Elisabeth Schwarzott ist davon überzeugt, dass die Auswahl von Möbeln und Wohnaccessoires ein Erlebnis mit allen Sinnen ist. Dieses könne durch einen Online-Shop nicht ersetzt werden: „In unserem Einrichtungshaus stehen die maßgeschneiderte persönliche Planung und Beratung durch unsere Innenarchitektinnen im Vordergrund. Unsere Kunden möchten die Möbel fühlen, Stoffe ergreifen, Sofas besitzen können.“

Sie merkt die erhöhte Nachfrage nach regionalen Produkten nicht erst seit der „Fridays for Future Bewegung“ und Corona. Die Herkunft und die ökologisch einwandfreie Fertigung von individuellen Qualitätsprodukten nehmen einen hohen Stellenwert beim Konsumenten ein. „Qualität ist ein Wert, der in unsicheren Zeiten wieder stärker gefordert wird. Regionale Produkte schaffen hohes Vertrauen, kurze Wege und einen hohen Service-Standard“, ist Elisabeth Schwarzott überzeugt.

Türen fürs Parlament und Lehnen fürs Theater

Dem wird Familie Schwarzott auch in ihrem Einrichtungshaus gerecht: Der Großteil der Produkte wird in Europa hergestellt. Vieles davon sogar in der eigenen Produktionsstätte in Baden. Zu finden ist eine Symbiose von italienischen Designermöbeln, deutscher Handwerkskunst und österreichischer Qualität. „Um den steigenden Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden, ist es notwendig, immer am letzten Stand der Technik zu sein. Sowohl in der Planung als auch in der Produktion setzen wir auf modernste Computertechnologien“, gewährt Elisabeth Schwarzott Einblick.

Wurde in den 1980er-Jahren noch mit Bleistift und Lineal gezeichnet, so werden heute alle Pläne in Farbe und mit Perspektive am Computer erstellt. In der Tischlerproduktion kommen eine computergesteuerte Plattensäge und zwei computergesteuerten CNC-Fräsmaschinen zum Einsatz. Dadurch ist man auch bei großen Projekten konkurrenzfähig.

So fertigt Schwarzott beispielsweise die historischen Parlamentstüren neu an. Mithilfe eines 3D-Druckers werden aktuell die Applikationen der Sessellehnen des Theaters an der Josefstadt hergestellt.