Wünsche der Österreicher an eine ideale Wohnung. Knapp 60 Prozent wünschen sich Garage oder Autoabstellplatz, nur 40 Prozent High-Speed-Internet, Ansprüche an die Ausstattung sind in den letzten Jahren gestiegen

Von Redaktion noen.at. Erstellt am 12. Dezember 2018 (10:39)
APA (Hochmuth)

Rund 10 Prozent der Österreicher sind aktuell auf Immobiliensuche. Was sind für sie die „Must-Haves“ bei der neuen Wohnung? Welche innovativen Angebote sind Mietern und Käufern wichtig?  ImmobilienScout24 hat dazu im Rahmen seiner großen Lebenswelten-Wohnstudie (Integral Markt- und Meinungsforschung) rund 1.000 Österreicher bundesweit befragen lassen. Die Ergebnisse wurden auch auf Basis der Sinus-Milieus® in Segmenten ausgewertet.

Gute medizinische Versorgung und öffentlicher Nahverkehr gefragt

Die Erwartungen an Immobilien sind dabei vielfältig: Dies gilt für die Infrastruktur und die Ausstattung der Immobilie gleichermaßen. Unverzichtbar sind für mehr als die Hälfte der Befragten auf alle Fälle eine gute medizinische Versorgung (52 Prozent) und die gute Anbindung der neuen Bleibe an den öffentlichen Verkehr (51 Prozent). Die Nähe zur Natur (47 Prozent) zählt ebenso zu den meistgefragten „Must-Haves“ einer optimalen Wohnumgebung. Car-Sharing, Nachtlokale, Grätzel-Aktivitäten und ein großes Sportangebot sind hingegen nur für eine Minderheit ein unverzichtbares Kriterium bei der Wahl einer Immobilie.

Kellerabteil schlägt High-Speed-Internet

Bei der Ausstattung einer Immobilie zeigt man sich eher praktisch: Da gehört vor allem ein Kellerabteil (60 Prozent) zum absoluten Muss. Ein eigener Garten oder ein Aufzug schwebt rund 40 Prozent unbedingt vor,, ebenso ein High-Speed-Internet Anschluss. Innovativere Ausstattungsmerkmale wie Gemeinschaftsflächen, eine Ladestation für E-Fahrzeuge, Dach- oder Fassadenbegrünung, ein Concierge-Service oder einen Wellnessbereich erwartet sich nur eine Minderheit.

Der fahrbare Untersatz will versorgt sein

Auch der fahrbare Untersatz will versorgt sein - eine Garage bzw. ein Autoabstellplatz sind für mehr als die Hälfte (59 Prozent) unverzichtbar. Vor die Wahl gestellt, würde bei Mehrparteienhäusern lediglich ein Fünftel (22 Prozent) Gemeinschaftsflächen gegenüber Autoabstellplätzen den Vorzug geben. Jede/r Zweite legt mehr Wert auf Parkplätze.

Grünflächen, eine gute Verkehrsanbindung mit dem Auto sowie die Nähe zum Arbeitsplatz haben als „Must-Haves“ der Wohnumgebung an Bedeutung gewonnen. Immobiliensuchende sind auch etwas anspruchsvoller im Hinblick auf die Ausstattung geworden, wie der Vergleich mit einer Voruntersuchung aus 2012 zeigt. Am stärksten hat die Relevanz des High-Speed-Internet zugenommen. Kinder im Haushalt haben wenig überraschend eine starke Auswirkung auf die Anforderungen und Erwartungen an die Infrastruktur der Wohnumgebung (etwa Schulen, Betreuungseinrichtungen) und die Ausstattung von Wohnimmobilien (vor allem Freiflächen).

Frauen anspruchsvoller als Männer

Frauen zeigen sich in Summe anspruchsvoller als Männer: Nachhaltige Bauweise, ein eigener Garten, ein Nutzgarten für Gemüse, ein eigener Balkon oder eine Terrasse sind vor allem den weiblichen Immobiliensuchenden wichtig. Auch messen Frauen der optimalen Wohngegend (Parks, gute Verkehrsanbindung, Einkaufsmöglichkeiten oder ärztliche Versorgung) wesentlich mehr Bedeutung zu. Für Männer zählt dafür der High-Speed-Internetanschluss mehr.

Auch die Ansprüche der verschiedenen gesellschaftlichen Milieus sind durchaus differenziert: Die momentbezogenen, erlebnishungrigen Hedonisten (moderne Unterschicht) sind mit Abstand am anspruchsvollsten, was die Infrastruktur der Wohnumgebung angeht, besonders hinsichtlich Unterhaltungsmöglichkeiten wie Nachtlokalen oder Sportmöglichkeiten. Überdurchschnittlich gefragt wäre bei ihnen auch ein Wellness-Bereich. Sie haben aber bei weitem nicht die finanziellen Mittel, hohe Ansprüche an Immobilien zu stellen. Das moderne, junge, gehobenere Milieu Digitale Individualisten (Livestyle-Avantgarde) hingegen würde sich überdurchschnittlich an einer Klimaanlage in der Wohnung erfreuen sowie an einer begrünten Fassade bzw. an einem begrünten Dach. In der Wohnumgebung fände man überdurchschnittlich gerne abwechslungsreiche Gastronomie vor – und ebenfalls Nachtlokale.

Top 10 der unverzichtbaren Kriterien einer optimalen Wohnumgebung

 

Befragte

Männer

Frauen

 

Gute ärztliche Versorgung

52%

48%

56%

Gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel

51%

49%

54%

Nähe zur Natur

47%

44%

50%

Parks/Grünanlagen

44%

40%

47%

Gute Parkmöglichkeiten

43%

40%

46%

Gute Einkaufsmöglichkeiten

41%

37%

44%

Gute Verkehrsanbindung mit dem Auto

37%

33%

40%

Gute Schulen

33%

30%

36%

Nähe zu Familien und Freunden

33%

29%

37%

Homogene Nachbarschaft (Lebensstil/Werte ähnlich)

29%

32%

26%