Tag des Bieres: Kult – und Prost!. Zum traditionellen Brausilvester wird auch in Niederösterreich so viel gebraut wie noch nie – vom Märzen- bis zum Hanfbier.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 03. Oktober 2017 (00:28)
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„Am beliebtesten sind auch bei uns noch immer die Klassiker wie Premium oder Märzen“, sagt Karl Trojan, Braumeister von Schremser Bier.
Brauerei Schrems

„Es gibt ja keinen Tag, an dem es keinen Grund gibt, Bier zu trinken!“ Lacht der Braumeister von einer der ältesten unter Niederösterreichs Brauereien.

Seit 1410 braut man im Waldviertler Städtchen Schrems schon Bier. Und hat zum traditionellen Brausilvester – mit dem noch vor knapp 200 Jahren Ende September das sommerliche Brauverbot aufgehoben wurde und das seit vergangenem Jahr offiziell Tag des österreichischen Bieres heißt – zwar kein großes Fest gefeiert. Aber „vielleicht ein Glas Bier mehr“ getrunken.

Weil: Getrunken wird so viel wie nie. Gebraut auch. Rund 103 Liter Bier, sagt der Brauereiverband, trinkt jeder Österreicher pro Jahr, mit den alkoholfreien Sorten sind es 106 Liter. Und 9,5 Millionen Hektoliter – oder 1,9 Milliarden Krügerl – haben Österreichs Brauereien 2016 ausgestoßen. In Wien und Niederösterreich gemeinsam waren es 3,45 Millionen Hektoliter.

Symbolbild
Kirill Z/ Shutterstock.com

Unter den über 1.000 Sorten auf Platz 1: Lager- und Märzenbier. „Dort“, sagt Karl Trojan von der Brauerei Schrems, „liegt auch bei uns das Volumen.“ Man habe daneben aber auch sehr früh mit Spezialitäten begonnen, Roggenbier aus Bioroggen, Hanfbier aus Waldviertler Hanf, angebaut in Reingers, oder Naturtrübes aus Waldviertler Biobraugerste, „die wir seit 23 Jahren hier anbauen“.

Denn: Beim Bier gebe es, so Karl Trojan, nicht nur den „Wunsch nach Vielfalt“, sondern auch die „Sehnsucht nach Echtem“. Und: „Es gibt gerade eine enorme Rückbesinnung auf das, was Bier eigentlich ist: ein regionales Produkt.“ Wer das, außer den Schremsern, in Niederösterreich braut? 54 Brauereien, darunter Gasthaus-, Bahnhofs und Hotelbrauereien, listet der Brauereiverband auf. Und das von Alland bis Zwettl, die meisten aber im Bezirk Neunkirchen. Und seit 1321, wie die Weitraer Bierwerkstatt, bis 2017, da starteten der BrauSchneider in Schiltern und die Korneuburger Biermacherei.

Gehören die alle auch ins Supermarktregal? „Bier gehört überallhin“, meint Trojan. Und lacht: „Ich hab’ ja 365 Tage im Jahr Tag des Bieres!“