Das Zero Waste Schulfest. Im Zuge der Naturpark-Schulen Zertifizierung einer Volksschule, haben sich die Lehrenden überlegt, wie sie Müll bei der Veranstaltung mit immerhin rund 200 Personen reduzieren können. Ein Spoiler vorweg: Es ist möglich! Bloggerin Carina Werba von mobyforty.com berichtet.

Von Carina Werba. Erstellt am 16. Juni 2019 (05:25)
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Was ist eine Naturpark-Schulen Zertifizierung

Ein Naturpark ist eine über Jahrhunderte hinweg von Menschen geschaffene Kulturlandschaft. In ihr wird die biologische Vielfalt geschützt und die Landschaft für Besucher erschlossen. In diesen Naturparken befinden sich auch Bildungseinrichtungen und zwar von der Elementarpädagogik bis hin zur Sekundarstufe 1. Diese können sich um das Prädikat Naturpark-Schule bewerben und müssen, damit sie zertifiziert werden, einige Kriterien erfüllen.

Wichtigstes ist natürlich die Lage der Bildungseinrichtung, danach folgen Beschlüsse des Schulforums, der Gemeinde und des Naturparkvorstands, Außerdem muss das Leitbild der Bildungseinrichtung den Zielen und Inhalten des Naturparks folgen und viele mehr. Sind diese Kriterien erfüllt, kann um die Zertifizierung angesucht werden und wird meist mit einem Fest gefeiert.

Das Zero Waste Schulfest

Zur Zertifizierung der Volksschule planten die Lehrenden ein schulübergreifendes Fest. Gemeinsam mit der nahen Neuen Mittelschule, die bereits Naturpark-Schule ist, feierten knapp 200 Personen am Tag der Artenvielfalt. Und wo 200 Menschen feiern, fällt auch dementsprechender Müll an.

Also beschloss das Organisationsteam, so weit als möglich Müll vermeiden zu wollen. In den Schulen wird verstärkt darauf geachtet Einwegplastik zu reduzieren, bei den Klassenforen werden die Eltern und Erziehungsberechtigten gebeten, die Jause der Kinder in wiederverwendbare Boxen einzupacken, in den Schulen wird besprochen warum Greta Thunberg an Freitagen die Schule bestreikt und es wird über sie in den Magazinen gelesen, die für Schulen herausgegeben werden. 

Die Umsetzung

  • Getränke für die SchülerInnen wurden in Getränkespendern zur Verfügung gestellt. Die Kinder füllten dort ihre wiederverwendbaren Getränkeflaschen auf.
  • “Wasser mit Geschmack”, also Sirup, wurde im Unterricht hergestellt. Aus Melisse und Holunder wurden Sirupe angesetzt, die in wiederverwendbaren Flaschen abgefüllt wurden.
  • Für die Erwachsenen und Ehrengäste wurden wiederverwendbare Becher und Gläser bereitgestellt.
  • Das Brot für die Aufstrichbrote wurde ohne Plastikverpackung beim lokalen Bäcker eingekauft (der uns auch Striezel gespendet hat).
  • Die Lehrkräfte brachten Aufstriche in zum Beispiel Bügelgläsern mit.
  • Die Zutaten für die Aufstriche und Kuchen, die im Unterrichtsfach Ernährung und Haushalt zubereitet wurden, wurden ebenfalls bei lokalen Betrieben eingekauft.
  • Es wurde auf Pappteller verzichtetet und die Brote wurden auseinander geschnitten schnitten, sodass kleinere “Handbrote” entstanden, die auf eine Serviette gelegt werden konnten.
  • Zum Servieren der Brote wurden wiederverwendbare Tabletts verwendet.
  • Die Tischdekoration bestand aus kleinen Einmachgläsern, die mit Blättern und Wiesenblumen dekoriert wurden. Und auch der große Blumenstrauß wurde von den Kindern rund um die Schule gesammelt.

Warum und wie hat es funktioniert?

Wenn alle zusammenhalten und sich das Ziel vor Augen halten, ist es wesentlich einfacher ein Zero Waste Schulfest umzusetzen. Natürlich bedeutet auch ein solches Fest, dass man umdenken muss. Es ist nötig gut vorauszuplanen und zu artikulieren, dass man bei Einkäufen so wenig Verpackung als möglich mitkaufen möchte, oder dass auch zum Beispiel die Kinder Getränkeflaschen benötigen.

Zum Glück sind schon fast alle Kinder von zuhause mit Getränkeflaschen ausgestattet und schon viele kleine Betriebe sind bereit Lebensmittel unverpackt anzubieten, oder sie verwenden Verpackungen wieder, wie zum Beispiel Eierkartons.

Es ist eigentlich nur eine Sache der Kreativität, dass der Low Waste Gedanke (man muss ja nicht gleich den Anspruch auf Zero Waste haben) in derartige Festivitäten Einzug hält. Vielleicht schaffen es Bildungseinrichtungen durch solche Aktionen die Aufmerksamkeit auch der Erwachsenen auf dieses wichtige Thema zu lenken.

 

Wie viel Müll ist angefallen?

Leider wurde vergessen den entstandenen Müll zu fotografieren. Aber es war wirklich wenig, sehr sehr wenig sogar. Ein paar Servietten sind angefallen und die Verpackung der Striezel. Aber das war es dann schon auch. Die Überraschung war groß. Aus diesem Grund werden diese Schulen weiterhin versuchen so weit als möglich auf Verpackungen und Einwegprodukte bei den Festen zu verzichten, denn wie man sieht, wenn man nur ein wenig "outside of the box" denkt, ist vieles möglich.

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