Mähroboter als Gefahr für Igel: Ein paar Tipps. Eisenkopf: „Schon ein sorgfältiger Rundumblick vor dem Mähen kann Unfälle verhindern“

Von Redaktion BVZ.at. Erstellt am 15. April 2021 (09:13)

Der Frühling lässt derzeit noch auf sich warten, die Gartenarbeit hat indes längst schon begonnen. Bei der Rasenpflege werden immer öfter Mähroboter eingesetzt. Wenigen ist aber bewusst, dass diese komfortablen Gartenwerkzeuge tierische Gartenbewohner, wie etwa Igel, oft überrollen und sogar tödlich verletzen können.

„Dieses Leid kann verhindert werden, indem beim Einsatz eines Mähroboters einige Punkte beachtet werden“ klärt die für Tier- und Naturschutz zuständige Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Eisenkopf auf.

Igel verstecken sich unter Hecken, Reisig- und Laubhaufen, deshalb sollten diese unbedingt vor dem Mähen und Trimmen kontrolliert werden. Gesunde Igel sind nacht- und dämmerungsaktiv, daher sollte der Mähroboter nur bei Tageslicht (je nach Jahreszeit, z.B. in der Zeit von 10 bis 16 Uhr) und unter Aufsicht laufen. Ab dem Sommer sind Igeljunge und ihre Mutter auch untertags anzutreffen, ebenso wie ganzjährig kranke und schwache Igel. „Ein sorgfältiger Rundumblick im Garten vor dem Mähen und Trimmen kann Unfälle verhindern“, rät Eisenkopf.

Bei Gefahr ergreifen Igel nicht die Flucht, sondern rollen sich an Ort und Stelle zusammen. Eine am Mähroboter angebrachte „Apfelschürze“ kann eventuell verhindern, dass größere Igel überrollt werden; kleinere Igel haben aber schlechtere Chancen, dem Mähwerk zu entkommen. Je eher ein Mähroboter mit dem Mähen fertig ist, desto kürzer ist die Zeit für mögliche Unfälle. Entdeckt man einen verletzten oder kranken Igel, kann man bei Wildtierorganisationen und Igelpflegestellen umgehend um Hilfe anfragen.

Abgesehen von den Sicherheitsvorkehrungen beim Mähen und Trimmen kann man Igel mit wenigen Handgriffen unterstützen. Die Tiere sind standorttreu und suchen an den gewohnten Stellen nach Futter und Wasser. Viele Igel müssen aber weit laufen und nicht selten gefährliche Straßen queren, um Futter und Wasser zu finden.

Als Insektenfresser ernähren sie sich hauptsächlich von Käfern, Larven und Würmern, aber auch von Spinnen und Schnecken. In der insektenarmen Zeit kann man Katzentrockenfutter anbieten, jedoch nach Möglichkeit immer mit Wasser, am besten im Igelfutterhaus, um Katzen abzuhalten.

Hilfreich ist es, ganzjährig eine flache Schale mit frischem Trinkwasser bereitzustellen; so sind auch Igel versorgt, die vorübergehend ihren Winterschlaf unterbrechen. Weiters hilft es, im Garten Ecken mit Wildwuchs und Versteckmöglichkeiten anzubieten und den Rasen höher wachsen zu lassen (Schnitthöhe z.B. 5 cm), damit auch Insekten überleben.

„So schützt und fördert man nicht nur die sympathischen und nützlichen Stachler, sondern auch andere Gartenbewohner wie Vögel, Eidechsen, Frösche, Bienen und Hummeln“, appellieren Hermann Frühstück und Karin Heinschink, Vertreter des Vereins der burgenländischen Naturschutzorgane“, an alle Gartenbesitzer.